Samstag, 21. September 2019

Porsche-Chef Matthias Müller "Magische Grenze bei 50.000 Euro"

Porsche-Chef Matthias Müller: "Der Hype um Elektroautos ist verflogen"

4. Teil: "Engineered in Germany" ist das Minimum

mm: Volkswagen hat jüngst das hundertste Werk eröffnet. Als Konzerntochter liegt es da doch auch für Porsche nahe, gemeinsam mit VW etwa in China zum Beispiel SUVs zu fertigen. Was ist da geplant?

Müller: Theoretisch wäre das natürlich möglich. Wir nutzen ja zum Beispiel in Osnabrück für den Boxster auch Volkswagen-Standorte. Allerdings muss man sich fragen, was ist die Firmenphilosophie? Es ist schon ein wichtiges Gut für Porsche, wenn wir sagen können, dass unsere Autos in Deutschland enwickelt und auch gebaut werden.

mm: Die Cayenne-Karosserien werden ja schon heute in Bratislava gefertigt. Und einem Slogan "Engineered by Porsche in Germany" haben Sie sich schon in der Vergangenheit nicht abgeneigt gezeigt.

Müller: Die Fertigstellung findet aber in unserem Werk in Leipzig statt, daher ist ein solcher Slogan das absolute Minimum. Den Slogan "Produced by Porsche in Germany" würden wir ohne Not nicht aufgeben. Wir fühlen uns in Deutschland wohl. Sollten Länder sich durch Zölle oder Steuern allerdings abschotten, dann müssten wir über das Thema unter anderen Rahmenbedingungen nachdenken. Diese Frage stellt sich im Moment aber nicht. Im Gegenteil: Nehmen Sie nur das Freihandelsabkommen zwischen Europa und den USA, das jetzt endlich einmal ernsthaft verhandelt werden soll.

mm: Im US-Markt hat vor allem die Konkurrenz zuletzt mit neuen Modellvarianten aufhorchen lassen. BMW hat den 4er vorgestellt. VW plant ein üppigeres SUV. Was hat Porsche in petto?

Müller: Wir bieten, von gesetzlichen Pflichten einmal abgesehen, weltweit die gleichen Autos an. Gleiche Ausstattung, gleicher Optionskatalog. Wir machen da keinen Unterschied - und das ist auch nicht geplant.

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