Mittwoch, 18. September 2019

Porsche-Chef Matthias Müller "Magische Grenze bei 50.000 Euro"

Porsche-Chef Matthias Müller: "Der Hype um Elektroautos ist verflogen"

3. Teil: "Immer ein wenig sportlicher"

mm: Wie steht es um Pläne, Bentley in den Markt für Luxus-SUVs zu folgen, der gerade in Russland stark wächst?

Müller: Russland ist für uns ein attraktiver Markt, weil es dort viele wohlhabende Menschen gibt, die sich auch einmal eine gute Marke leisten wollen. Unser Wachstum dort ist ganz beachtlich. Im Volkswagen-Konzern hat jede Marke eine bestimmte Positionierung...

mm: ...wobei Porsche zwischen den beiden Marken Audi und Bentley angesiedelt ist.

Müller: Ja, und da stimmen wir uns sorgfältig ab. Und wenn Bentley jetzt ein SUV anbieten sollte, das noch aufwendiger, noch größer und damit noch teurer ist als der Porsche Cayenne, dann ist das in Ordnung. Wir müssen nicht in dem gleichen Segment tätig sein. Wir sind immer ein wenig sportlicher als die anderen.

mm: Wie sieht es in Indien aus? Dürfen Sie inzwischen wieder einreisen?

Müller: Einreisen schon (lacht). Nur würde ich nicht unbedingt wieder rauskommen. Das wird aus meiner Sicht hochstilisiert. Wir haben einem Importeur den Vertrag ordnungsgemäß gekündigt. Jetzt wird daraus eine große Sache gemacht. Und man versucht, das Unternehmen zu personifizieren. Und da landen sie dann bei mir. Das ist dann eben so. Damit muss man leben.

mm: In Indien gilt schon der VW Polo als Luxuswagen. Welche Bedeutung hat der Markt für eine Marke wie Porsche?

Müller: Wir reden von marginalen Stückzahlen. Das ist auch absehbar kein Markt für uns. Es gibt immer wieder Leute, die sagen, Indien ist das zweite China. Die föderalen Strukturen lassen das aber gar nicht zu. Ich glaube nicht, dass ich noch erlebe, dass Porsche dort große Geschäfte macht.

mm: China ist ein anderer Fall. Sie planen sogar neue Modellversionen.

Müller: Beim Panamera bieten wir jetzt mit der Produktaufwertung auch eine Langversion an. Das ist aber nicht nur China geschuldet. Leute in den entsprechenden Positionen haben eben schon einmal einen Chauffeur. Da ist es zweckmäßig, hinten zehn Zentimeter mehr Platz zu haben.

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