Autokrise Peugeot macht fünf Milliarden Euro Verlust

Der französische Autokonzern Peugeot Citroën rutscht immer tiefer in die Krise: Der Umsatz schrumpft. Alleine im vergangenen Jahr stand ein Verlust von fünf Milliarden Euro zu Buche.
Kränkelnder Löwe: 2012 hat PSA einen Verlust von fünf Milliarden eingefahren

Kränkelnder Löwe: 2012 hat PSA einen Verlust von fünf Milliarden eingefahren

Foto: Guillaume Horcajuelo/ dpa

Paris - Nach Abschreibungen lag das Minus bei 5,01 Milliarden Euro, wie der Konzern mitteilte. Noch vor einem Jahr hatte das Unternehmen einen Nettogewinn von 588 Millionen Euro erwirtschaftet. Der Umsatz sank um 5,2 Prozent. Besonders schlecht lief es im Autogeschäft: Hier sanken die Umsätze um 10,3 Prozent auf 38,3 Milliarden Euro. Peugeot leidet unter der nachlassenden Nachfrage nach Autos der Marken Peugeot und Citroën in Europa.

Am Automobilzulieferer Faurecia, an dem PSA 57,4 Prozent hält, will der Konzern aber festhalten. Faurecia sei "nicht zu verkaufen", bekräftigte PSA-Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon. Faurecia-Chef Yann Delabrière hatte am Dienstag erklärt, sein Unternehmen sei auf "jede Eventualität vorbereitet". Es war immer wieder darüber spekuliert worden, dass PSA  sein Tochterunternehmen verkaufen könnte, um angesichts der katastrophalen Finanzlage seine Kassen zu füllen.

Für den PSA-Vorstandsvorsitzenden Philippe Varin spiegeln die Zahlen "das verschlechterte Umfeld in der Automobilbranche in Europa" wider. Vor allem in Südeuropa hat PSA erhebliche Absatzprobleme. Deswegen hat der Konzern laut Varin den "schwierigen, aber notwendigen Prozess zur Reorganisation unserer Produktionsstätten in Frankreich" eingeleitet.

Der Konzern ist nach VW Europas zweitgrößter Autobauer. Er investierte aber nur zögerlich in Wachstums- und Schwellenländern. Von der aktuellen Krise auf dem europäischen Markt wird PSA deswegen besonders schwer getroffen. 2012 brach der Absatz gegenüber dem Vorjahr um 16,5 Prozent auf 2,97 Millionen Fahrzeuge ein.

Um aus der Verlustzone zu kommen, sollen - wie bereits bekannt - mehr als 8000 Arbeitsplätze wegfallen. Ein Werk bei Paris soll geschlossen werden. Insgesamt beschäftigte der Konzern Ende Juni 2012 rund 120.000 Menschen im Autobereich.

mihec/dpa-afx,rtr
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