Autoabsatz 2012 China bei deutschen Premiummarken erstmals Nummer eins

China ist im vergangenen Jahr erstmals der wichtigste Absatzmarkt für die deutschen Nobelautobauer geworden. Einer Studie zufolge verkauften BMW, Audi, Mercedes und Porsche zusammen beinahe eine Million Autos in der Volksrepublik. Tendenz: weiter steigend.
BMW-Fertigung im Werk Shenyang in China: In der Volksrepublik verkaufen deutsche Premiumhersteller mehr Autos als sonstwo

BMW-Fertigung im Werk Shenyang in China: In der Volksrepublik verkaufen deutsche Premiumhersteller mehr Autos als sonstwo

Foto: Günter Schmied/ dpa

Berlin - BMW, Audi, Mercedes und Porsche verkauften mit insgesamt 959.000 Neuwagen so viele Autos wie in keinem anderen Markt der Welt. China übertrumpfte damit beim Absatz der deutschen Nobelmarken die Märkte in Deutschland und den USA. Das geht aus einer Untersuchung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen hervor.

Im Heimatmarkt Deutschland, der 2012 insgesamt leicht im Minus lag, kamen die deutschen Premiumhersteller demnach auf 882.000 neu zugelassene Wagen, in den USA auf 837.000 Fahrzeuge.

Die Bedeutung des boomenden Marktes China nimmt in den nächsten Jahren noch zu. 2013 erwartet Dudenhöffer für die deutschen Oberklasse-Hersteller einen Sprung auf dann mehr als eine Million Neuwagen in China. Zum Vergleich: 2005 lag der Gesamtabsatz von BMW, Mercedes und Co. in China laut Untersuchung noch bei 104.000 Fahrzeugen. Seitdem haben sie ihre Verkäufe in China pro Jahr um durchschnittlich 37 Prozent gesteigert.

BMW, Audi und Daimler hatten 2012 ebenso wie der VW-Konzern neue Rekorde beim weltweiten Absatz aufgestellt. Die deutschen Nobelhersteller haben damit vor allem von der ungebrochenen Nachfrage nach teuren Autos in China und den USA profitiert. Im Vergleich dazu haben es Massenhersteller wie PSA, Renault, Fiat oder Opel, die von der Entwicklung in Europa abhängig sind, derzeit schwer. Der Markt in der EU ist drastisch zurückgegangen, vor allem in den Krisenländern in Südeuropa.

Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche setzt im Kampf um Marktanteile im Premiumsegment neben den USA vor allem auf Asien. "Es ist klar, dass wesentliche Teile des Wachstums aus dem asiatischen Markt kommen werden, ein anderer aus den USA", sagte er der "Welt am Sonntag". Die Vertriebsstruktur in China sei gestrafft und mit einer neuen Führung versehen worden - damit "werden wir in China wieder Gas geben können", bekräftigte Zetsche.

Neben geplanten Einsparungen in Milliardenhöhe führe Daimler zur Zeit das höchste Investitionsprogramm seiner Geschichte durch, so Zetsche. "Um uns das leisten zu können, müssen wir unsere Effizienz steigern", sagte Zetsche. Als Beispiel nannte er die Bauzeiten für die Daimler-Autos: "Seit ich wieder für Mercedes verantwortlich bin, wurde die Bauzeit von 60 auf 40 Stunden pro Modell reduziert."

Zetsche ist zuversichtlich, dass sein Vertrag verlängert wird. "Im Moment spricht vieles dafür, dass ich weiter an der Spitze des Unternehmens bleibe", sagte er der Zeitung.

cr/dpa
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