Mittwoch, 24. Juli 2019

Europäische Absatzkrise Audis Umsatzrendite knickt ein

Erste Kratzer in der Bilanz: Audis Umsatzrendite ist auf 10,5 Prozent gesunken

Die Autokrise in Europa macht sich so langsam auch beim erfolgsverwöhnten Oberklassehersteller Audi bemerkbar. Die VW-Tochter musste im dritten Quartal Abstriche bei ihrer Profitabilität hinnehmen. An ihrem Absatzziel halten die Ingolstädter aber fest.

München - Der Umsatz sei zwischen Juli und September auf 12,6 Milliarden Euro gestiegen, teilte Audi mit. Das waren fast 16 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Das operative Ergebnis blieb allerdings mit 1,3 Milliarden Euro rund 6,5 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.

Damit sank die operative Umsatzrendite, mit der die Oberklassehersteller Audi Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen und Daimler Börsen-Chart zeigen ihre Profitabilität vergleichen, von 13,1 auf 10,5 Prozent. Auf neun Monate gesehen liegt sie bei 11,2 Prozent. Trotzdem zählt Audi damit zu den ertragsstärksten Autoherstellern weltweit. Daimlers Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars kamim dritten Quartal nur auf 6,4 Prozent, BMW legt seine aktuellen Zahlen kommende Woche vor. Renditekönig ist Porsche mit 18,5 Prozent.

Gründe für die höheren Kosten sind laut Unternehmen die Einführung neuer Modelle, Mehrausgaben bei Forschung und Entwicklung sowie die Steigerung der Produktion. Beim Ziel, bis Ende des Jahres über 1,4 Millionen Autos zu verkaufen und damit etwa 100.000 mehr als 2011, ist Audi auf dem besten Weg. In den ersten neun Monaten lieferte das Unternehmen gut 1,1 Millionen Wagen (plus 13 Prozent) der Kernmarke aus. Darüber hinaus gehört noch Lamborghini zu Audi. Im dritten Quartal verkaufte Audi weltweit gut 364.000 Fahrzeuge, das sind knapp 14 Prozent mehr im Vorjahreszeitraum.

Umsatz soll steigen, operatives Ergebnis auf Vorjahresniveau

Entsprechend soll der Umsatz im Jahresvergleich deutlich steigen, während das operative Ergebnis etwa auf dem Niveau des Vorjahres bleiben soll. Nach neun Monaten lag dieser Wert mit 4,2 Milliarden Euro gut 6 Prozent über den ersten neun Monaten 2011. Die Eckdaten der Audi-Kennzahlen waren bereits vergangene Woche mit dem Quartalsbericht des Mutterkonzerns VW bekannt geworden.

Wie viele Oberklasse-Autobauer profitiert Audi von guten Geschäften in den beiden weltgrößten Pkw-Märkten China und USA, wo teure Limousinen und Geländewagen nach wie vor gefragt sind. Rückgänge in Europa können so wettgemacht werden, während auf die Heimatregion konzentrierte Massenhersteller wie Fiat Börsen-Chart zeigen, PSA Peugeot Citroën Börsen-Chart zeigen oder Opel die Krise voll zu spüren bekommen.

Den teilweise deutlichen Markteinbrüchen in den schuldengeplagten Ländern Italien und Spanien habe sich Audi nicht komplett entziehen können, hieß es weiter. Dafür seien in Großbritannien, Frankreich und Deutschland mehr Fahrzeuge mit den vier Ringen verkauft worden.

mg/rtr/dpa-afx

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