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Pariser Autosalon: Europas Tops und Flops

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Pause in Lkw-Werk Daimler will im gesamten Konzern sparen

Nach dem Mercedes-Hauptwerk Sindelfingen kürzt Daimler die Produktion auch in seiner größten Lkw-Fabrik Wörth am Rhein. Auf dem Pariser Autosalon kündigt Konzernchef Dieter Zetsche weitere Einschnitte an. Alle Ausgaben des Konzerns stünden auf dem Prüfstand.

Stuttgart/Paris - Wegen einer schwächeren Auftragslage fährt Daimler die Produktion in seinem größten Lkw-Werk im pfälzischen Wörth herunter. Im Oktober werde die Produktion an vier Tagen ruhen, bestätigte eine Konzernsprecherin einen Bericht der "Stuttgarter Zeitung" am Donnerstag. Diese Tage würden auch zur Umrüstung auf neue Produkte genutzt.

Weltweit steigt die Nachfrage nach Daimler-Lkw, aber der europäische Markt, für den das Werk in Wörth mit seinen rund 11.650 Mitarbeitern vor allem produziert, schwächelt. "Unser Werk in Wörth und auch die Komponentenwerke sind gut, aber nicht bis an die Kapazitätsgrenze ausgelastet", hatte Daimler-Truck-Chef Andreas Renschler schon vor drei Wochen auf der Messe IAA Nutzfahrzeuge erklärt. Die Arbeitszeitkonten seien wegen Zusatzschichten im Frühjahr aber gut gefüllt. Diese können durch die Schließtage nun abgebaut werden. Kurzarbeit sei kein Thema in dem Werk, betonte die Sprecherin.

Daimler macht bei seinem geplanten Sparprogramm vor keiner Konzernsparte Halt. Kein Teil des Unternehmens werde bei der Suche nach Effektivitätssteigerungen ausgenommen, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche am Donnerstag auf dem Pariser Autosalon. Auf die Frage, wann Details bekanntgegeben würden, antwortete er: "Der Zeitpunkt steht noch nicht fest." Die Gespräche mit dem Betriebsrat seien "in einem sehr frühen Stadium", sagte er. "Wir sprechen über das ganze Programm."

Wettbewerber Volvo spart Milliarden an der Forschung

Daimler hatte in der vergangenen Woche wegen der ausufernden Absatzkrise in Europa seine Prognose für die Pkw-Sparte zurückgenommen und angekündigt, dass Mercedes beim operativen Gewinn nicht das Vorjahresniveau von fünf Milliarden Euro erreichen werde. Auf die Frage, ob die ab 2013 angestrebte Marge von 10 Prozent in der Autosparte aufgeweicht werde, sagte Zetsche: "Die Rahmenbedingungen sind herausfordernder geworden. Wir sprechen nicht über 2013."

Laut Presseberichten unter Berufung auf Konzernkreise sollen mehr als eine Milliarde Euro eingespart werden. Bereits am Dienstag war bekannt geworden, dass das Management sich mit dem Betriebsrat um die Schichtpläne im größten Mercedes-Werk Sindelfingen streitet. Wegen der schwachen Nachfrage will der Konzern die Produktion kürzen. Die Absatzkrise erfasst die gesamte europäische Autobranche.

In der Lkw-Sparte ist Daimler als Marktführer in einer vergleichsweise komfortablen Position. Stärker trifft die Krise die Volkswagen-Tochter MAN . Der zu Fiat Industrial  gehörende Nutzfahrzeughersteller Iveco schließt fünf Werke. Selbst der hochprofitable schwedische Wettbewerber Volvo  kündigte am Dienstag ein Sparprogramm an. Unter anderem sollen zwischen 2013 und 2015 11,6 Milliarden Kronen (1,4 Milliarden Euro) weniger für Forschung und Entwicklung ausgegeben werden.

ak/rtr/dpa-afx
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