Dienstag, 17. September 2019

Alternative Antriebe Toyota sieht keinen Markt für Elektroautos

Elektroversion des Toyota iQ: 36.000 Euro für geringe Reichweite

Der japanische Autohersteller Toyota schreibt die Marktchancen für reine Elektromobile ab - auch für sein eigenes neues Modell eQ. Die Zukunft gehöre dem bereits erprobten Hybrid aus Benzin- und Stromantrieb. Auch der deutsche Wettbewerber BMW setzt voll auf Toyotas Expertise.

Tokio/Hamburg - Toyota glaubt nicht mehr an einen schnellen Durchbruch des Elektroautos. Zum einen rechnen die Japaner nicht mit einem nennenswerten Verkaufserfolg ihres Stromwagens eQ. "Wir sehen im Moment keinen Markt dafür", sagte ein Sprecher von Toyota Deutschland am Montag.

Andererseits zieht der weltweit zweitgrößte Autobauer für batteriebetriebene Autos insgesamt eine ernüchternde Bilanz. "Die aktuellen Fähigkeiten von Elektroautos erfüllen nicht die gesellschaftlichen Bedürfnisse", erklärte Toyota Börsen-Chart zeigen. Weder die Reichweite, noch die Kosten oder die Ladezeit der Batterie ließen erwarten, dass sich Elektroautos in absehbarer Zeit als Alternative zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren oder Hybrid-Autos durchsetzen könnten.

Statt mit einigen Tausend Elektroautos des Modells eQ im Jahr, wie noch bei der Präsentation des neu entwickelten Stadtflitzers vor zwei Jahren angekündigt, rechnet der japanische Autokonzern nun nur noch damit, dass in den USA und Japan lediglich etwa 100 Stück verkauft werden. Toyota hatte die batteriebetriebene Variante seines Kleinwagens iQ für Ballungsräume konzipiert. Mit rund 36.000 Euro kostet der eQ allerdings so viel wie ein gut ausgestatteter Mittelklassewagen. Zudem reicht eine Batterieladung nur für 80 bis 100 Kilometer Fahrstrecke. In den USA wird neben dem eQ ab diesem Monat eine Elektroversion des Geländewagens Rav-4 angeboten.

Prius-Erfinder Toyota setzt im Gegensatz zu anderen japanischen Autobauern wie Nissan Börsen-Chart zeigen und Mitsubishi Börsen-Chart zeigen und deren französischen Partner Renault Börsen-Chart zeigen und Peugeot schon seit längerem auf Hybridfahrzeuge, die einen herkömmlichen Verbrennungsmotor mit einem Elektroaggregat kombinieren. Inzwischen geht Toyotas Hybridabsatz jährlich in die Millionen, in Japan machen sie dank staatlicher Subventionen die Hälfte der Verkäufe aus. Jedes Toyota-Modell soll es in den nächsten Jahren auch als Hybridauto geben. Zudem will Toyota den ersten Wagen mit Brennstoffzelle 2015 auf den Markt bringen.

BMW setzt auf Kooperation mit Toyota

Die Allianz zwischen den Autobauern BMW Börsen-Chart zeigen und PSA Peugeot Citroën Börsen-Chart zeigen zur Entwicklung von Hybridmotorren ist derweil offiziell Geschichte. Die Zusammenarbeit sei beendet worden, bestätigte ein PSA-Sprecher der Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag. Ein BMW-Sprecher sagte auf Nachfrage, dass die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen seien. BMW rechne mit einem Abschluss in den kommenden Wochen, es gehe aber nur noch um Details.

Schon im Juli hatte sich angedeutet, dass BMW das vor dem Aus stehende Gemeinschaftsunternehmen allein fortführen werde, nachdem der Opel-Mutterkonzern General Motors Börsen-Chart zeigen im Frühjahr bei PSA eingestiegen war. Zusammen mit Toyota hatte BMW bereits im Juni ein neues Bündnis zur Entwicklung von Brennstoffzellen, Elektroantrieben, Leichtbauteilen und der Architektur eines Sportwagens geschmiedet.

ak/rtr/ap

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