Dienstag, 23. April 2019

Absatzkrise Monti will Fiat beim Export helfen

Zuviel auf Lager: Autos von Fiat verkaufen sich schlechter als erhofft

Fiat hat sich die Unterstützung des italienischen Staates gesichert. Die Regierung um Premierminister Monti prüft, wie dem angeschlagenen Fahrzeugbauer zu helfen ist. Derweil dementiert Volkswagen nicht das Gerücht, man sei an Fiat-Tochter Alfa Romeo interessiert.

Mailand/Rom - Zur Standortsicherung in der Heimat will die italienische Regierung Fiat in der Absatzkrise unter die Arme greifen. Nach einem Treffen der Konzernspitze mit Ministerpräsident Mario Monti in Rom kündigte das Industrieministerium am Samstagabend die Einsetzung einer Arbeitsgruppe an. Diese solle prüfen wie Fiat seine Produktivität und seine Exportkapazitäten stärken könne.

Fiat Börsen-Chart zeigen versicherte im Gegenzug, auch künftig in Italien Autos bauen zu wollen, sich dabei aber verstärkt auf den Export vor allem in Länder außerhalb Europas auszurichten. Eingeweihten Personen zufolge könnte dies bedeuten, dass Fiat sich auf den Bau von Modellen seiner US-Tochter Chrysler konzentrieren könnte.

Konkrete Aussagen, wie es in den einzelnen Werken mit ihren hohen Überkapazitäten weitergehen soll, gab es aber nicht. Schon schießen Spekulationen ins Kraut. Volkswagen Börsen-Chart zeigen hat nach einem Bericht des Magazins "Focus" möglicherweise Interesse an der Fiat-Marke Alfa Romeo.

Volkswagen: "Wir haben ausreichend zu tun"

Experten aus Deutschland hätten die Werke Mirafiori, Cassini, Melfi und Pomigliano besucht, berichtet das Magazin in seiner neuen Ausgabe. Üblicherweise schützten Unternehmen ihre Anlagen vor neugierigen Blicken der Konkurrenz. Ein VW-Sprecher sagte dazu am Sonntag, solche Berichte gebe es immer wieder. "Aber wir sind gut mit unseren zwölf Marken aufgestellt und haben ausreichend zu tun."

Fiat bekräftigte nach dem Spitzentreffen zudem, bei ersten Anzeichen einer Erholung des europäischen Automarktes in Italien zu investieren. Gewerkschaftsvertreter werteten das fünfstündige Treffen bei Monti mit Fiat-Chef Sergio Marchionne und dem Verwaltungsratsvorsitzenden John Elkann als positives Signal.

Fiat hatte wegen der angespannten Geschäftslage Ende August geplante Investitionen auf Eis gelegt und sich damit massive Kritik auch aus der Politik zugezogen. Die Gewerkschaften befürchten Arbeitsplatzverluste, sollte das Unternehmen die Produktion in Billig-Lohn-Länder verlagern.

nis/rtr/dpa

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