Verlustbringer Morgan Stanley rät GM zum Opel-Verkauf

"Die Zeit ist reif": General Motors soll einen Käufer für den angeschlagenen Autohersteller Opel finden, so Morgan Stanley. Andernfalls drohen Milliardenverluste. Auch die Unternehmenskultur sehen die Investmentbanker in Gefahr.  
Eine GM-Fahne weht vor dem Opel-Werk in Bochum: Noch glauben die Amerikaner an die Wende bei Opel

Eine GM-Fahne weht vor dem Opel-Werk in Bochum: Noch glauben die Amerikaner an die Wende bei Opel

Foto: ddp

Detroit - Die Investmentbank Morgan Stanley rät General Motors zum Verkauf von Opel. Zwar wäre die Trennung von der europäischen Tochter mit Kosten von geschätzt 13 Milliarden Dollar zunächst teuer, aber langfristig dennoch die beste Lösung für GM und Opel selbst, hieß es in einer Publikation der Bank. Ein Ende der Verluste bei Opel sei nicht in Sicht.

"Einer der Kardinalfehler in der Autoindustrie ist der Besitz eines Geschäftes, das Geld und Ressourcen verschlingt", erklärte Analyst Adam Jonas. "Die Zeit für GM  ist gekommen, um für Opel ein neues Zuhause zu finden."

GM bekräftigte jedoch, an Opel festhalten zu wollen. "Trotz des harten Umfelds für die Automobilindustrie in Europa sind wir überzeugt, bei Opel/Vauxhall die Wende zu schaffen", erklärte ein Sprecher.

Prognose: eine Milliarde Euro Verlust pro Jahr

Die Investmentbanking-Sparte von Morgan Stanley hat GM in der Vergangenheit beraten. Opel stellt nach Ansicht der Branchenexperten die größte Gefahr für die langfristige finanzielle Gesundheit des GM-Konzerns dar. Das Institut prognostizierte, dass Opel in den kommenden zehn Jahren Verluste von mehr als zwölf Milliarden Dollar (knapp zehn Milliarden Euro) anhäufen wird.

"Opel zehrt nicht nur wertvolles Bargeld auf", erklärte Jonas. "Es zehrt auch an Ingenieurs- und Managementkapazitäten und beraubt die Unternehmenskultur um Energie und Zuversicht."

mahi/rtr
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