US-Autoabsatz August Amerikaner reißen sich um VWs

Plus 62,5 Prozent: Volkswagen hat in den USA so viele Autos verkauft wie seit 1973 nicht mehr. Auch andere Autobauer profitieren vom Kaufrausch der Amerikaner. Insgesamt stieg der Absatz um 20 Prozent. Nur ein Premiumhersteller fährt hinterher.
VW-Werk in Tennessee: Besonders der Passat verkauft sich gut

VW-Werk in Tennessee: Besonders der Passat verkauft sich gut

Foto: Erik S. Lesser/ dpa

Detroit - Die Autobauer können sich über einen erfolgreichen Sommer in den USA freuen. Nach schon florierenden Geschäften im Juli legte der Absatz im vergangenen Monat binnen Jahresfrist um 20 Prozent auf 1,3 Millionen Autos zu. Es war für die Branche damit der beste August dort seit fünf Jahren.

Volkswagen  verzeichnete sogar den besten August in den USA seit 1973. Europas größter Hersteller verkaufte mit 41.011 Fahrzeugen 62,5 Prozent mehr Autos als vor einem Jahr. Hauptgrund war die zwischenzeitliche Einführung des US-Passat, der unter den Amerikanern schnell Fans gefunden hat. Die US-Verbraucher seien dank günstiger Kreditbedingungen wieder verstärkt zu größeren Anschaffungen bereit, sagte Analyst Jesse Toprak von TrueCar.com am Dienstag.

Kräftig zulegen konnten auch die japanischen Hersteller Toyota  mit einem Plus von 46 Prozent und Honda  mit einem Zuwachs von knapp 60 Prozent. Etwas weniger stark fiel das Plus bei den drei großen heimischen Autobauern aus. Marktführer General Motors  verkaufte 10 Prozent mehr Wagen, Rivale Ford  13 Prozent mehr. Chrysler, Tochter der italienischen Fiat , verzeichnete ein Absatzplus von 14 Prozent.

"Da die Benzinpreise im August erneut gestiegen sind, hat sich eine wachsende Zahl von Menschen für kraftstoffsparende Autos entschieden", sagte der fürs Marketing zuständige Vize-Präsident von Ford, Ken Czubay. Damit erweist sich der US-Automarkt zunehmend als Stütze für die deutschen Pkw-Hersteller, da in den meisten westeuropäischen Ländern wegen der Schuldenkrise und hoher Arbeitslosigkeit kaum noch neue Autos verkauft werden.

BMW leidet unter Lieferengpässen

Einschließlich seiner Töchter Audi und Porsche steigerte VW den Absatz um 48 Prozent. Porsche brachte 3026 seiner Sport- und Geländewagen und damit 39 Prozent mehr an die Kunden. Audi steigerte seinen Absatz um 13 Prozent auf einen neuen Rekordwert für August.

Der US-Kommunikationschef von Volkswagen, Carsten Krebs, begründete die positive Entwicklung damit, dass Verbraucher verstärkt ältere Fahrzeuge durch neue Modelle ersetzten. In der Finanz- und Wirtschaftskrise hatten sich viele Amerikaner mit Neuanschaffungen zurückgehalten. Zudem zieht der lange brachliegende Immobilienmarkt in den USA wieder an. Handwerker können sich deshalb einen neuen Pick-up-Truck leisten. Auch bei Daimler  florierten die Geschäfte. Der Stuttgarter Konzern steigerte den Absatz der Marken Mercedes und Smart um insgesamt 13 Prozent.

Allerdings gab es auch in den USA Verlierer. Zu denen gehörte BMW . Die Verkäufe der Bayern bei ihrer Kernmarke gingen um 19 Prozent zurück. Landeschef Ludwig Willisch erklärte dies mit Lieferengpässen und kommenden neuen Modellen. Nur dank florierender Verkäufe der Kleinwagentochter Mini lag der Rückgang am Ende nur bei 6 Prozent.

mahi/rtr/dpa-afx
Mehr lesen über