Samstag, 30. Mai 2020

Euro-Krise Jeder fünfte Autohändler in Schwierigkeiten

BMW-Händler in Leipzig: Die Geschäfte werden schwieriger

Die Euro-Krise drückt mächtig auf die Geschäfte der Autoindustrie. Europaweit befindet sich bereits jeder fünfte Händler unter finanziellem Druck, ergab eine aktuelle Studie. Die Hersteller müssen reagieren, um schlimmeres zu verhindern.

Hamburg - Für 2012 rechnen die Experten der Unternehmensberatung Roland Berger mit einem Rückgang der europäischen Pkw-Absatzzahlen um rund 6 Prozent. Mittelfristig werde sich der Markt wieder erholen, heißt es. Allerdings seien durch die anhaltende Schuldenkrise rund 20 Prozent der Automobilhändler finanziell unter Druck und somit auch ein Großteil des Pkw-Absatzes in Gefahr.

Hinzu kommt, dass die tatsächliche Finanzsituation vieler Händler für die Autohersteller nicht transparent ist, dies trifft insbesondere auf Mehrmarkenhändler zu. Daher sollten Hersteller umgehend einen Maßnahmenkatalog zur Risikominimierung und Stützung der relevanten Händler einleiten, so Roland Berger.

Mithilfe einer detaillierten Risikoanalyse in Verbindung mit Cashflow-Szenarien können Verkaufsvolumina, Marktanteile und die nachhaltige Profitabilität der Händler trotz schwieriger Marktbedingungen abgesichert werden. Das sind die Ergebnisse der neuen Studie "Automotive Retail Business" von Roland Berger Strategy Consultants.

"Die derzeit rückläufigen Pkw-Absatzzahlen in Europa und der anhaltende Druck an den Finanzmärkten bereiten vielen Händlern signifikante Probleme im Tagesgeschäft", erläutert Marcus Hoffmann, Partner und Automobilexperte von Roland Berger. Rund 20 Prozent der Automobilhändler seien in finanziellen Schwierigkeiten und somit ein Großteil des Pkw-Absatzes gefährdet. "Die Automobilhersteller müssen umgehend reagieren, um die Profitabilität der Händler und somit auch die Funktionsfähigkeit ihres Vertriebsnetzwerkes nachhaltig sicherzustellen", sagt Hoffmann.

Sinkendes Verbrauchervertrauen und die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung haben die Absatzzahlen europäischer Automobilhändler in den letzten Jahren negativ beeinflusst. Deutschland und Frankreich verzeichnen Rückgänge von durchschnittlich 1,4 und 0,7 Prozent jährlich. Italien und Spanien haben mit im Durchschnitt 7,3 und 13,4 Prozent jährlich den stärksten Rückgang zu verzeichnen. Die rückläufigen Absatzzahlen der Händler setzen die Automobilhersteller unter Druck.

cr/dapd

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