Starkes Auftaktquartal Toyota übertrifft alle Erwartungen

Toyota hat sich endgültig von den Folgen des Katastrophenjahres 2011 erholt. Im abgelaufenen Quartal konnte der weltgrößte Autobauer beim Umsatz und Gewinn mehr zulegen als erwartet. GM und VW werden wohl auch im Gesamtjahr nur die Rücklichter der Japaner sehen. 
Toyota-Modelle: Im den ersten drei Monaten des Jahres haben die Japaner erstmals wieder mehr Autos als GM und VW verkauft

Toyota-Modelle: Im den ersten drei Monaten des Jahres haben die Japaner erstmals wieder mehr Autos als GM und VW verkauft

Foto: Tom Grünweg

Tokio - Der japanische Autobauer Toyota findet zu alter Stärke zurück. Im ersten Geschäftsquartal von April bis Juni fuhr der Rivale von Volkswagen (VW) einen deutlich höheren Gewinn ein als von Experten erwartet.

Der Konzernüberschuss erreichte 290,3 Milliarden Yen (rund 3 Milliarden Euro), wie Toyota  mitteilte. Vor einem Jahr hatte der Konzern wegen der Auswirkungen der japanischen Erdbeben- und Tsunamikatastrophe gerade noch schwarze Zahlen geschrieben. Infolge der Katastrophe war damals die japanische Autoproduktion teilweise komplett zum Erliegen gekommen. Im abgelaufenen Jahresviertel verkaufte Toyota nahezu doppelt so viele Fahrzeuge wie damals.

Mit den Ergebnissen übertraf der Konzern die Schätzungen von Analysten deutlich und legte den höchsten Quartalsgewinn seit vier Jahren hin. Toyota hatte in den ersten sechs Monaten mit seinen weltweiten Absatzzahlen die großen Konkurrenten General Motors  (GM) und Volkswagen  wieder auf die Plätze verwiesen.

Deshalb erhöhte der Konzern nun seine Prognose für den weltweiten Absatz der Gruppe im Jahr 2012 auf 9,76 Millionen von 9,58 Millionen Fahrzeuge. Das wäre ein Plus von 23 Prozent im Vergleich zu 2011. Damit ist der japanische Autobauer auf dem besten Weg, in diesem Jahr den prestigeträchtigen Spitzenplatz beim Jahresabsatz zurückzuerobern.

Erneute Rückrufaktion gestartet

Das zeigte sich auch im Umsatz der drei Monate bis Ende Juni: Der Erlös stieg um 60 Prozent auf 5,5 Billionen Yen. Auch hier hatten Branchenexperten etwas weniger erwartet. Beobachter verwiesen zur Erklärung der starken Zahlen allerdings auch auf die Hilfen der japanischen Regierung.

Der operative Gewinn betrug nach einem Verlust von 108 Milliarden Yen vor einem Jahr diesmal 353 Milliarden Yen (3,69 Milliarden Euro). Erfolgreich war der Autobauer vor allem mit seinen Prius-Modellen in Japan und dem neuen Camry in den USA. Der Prius hatte mit seinem Hybridmotor aus Benzin- und Elektroantrieb bereits in den USA überraschend viele Käufer gefunden.

Neue Probleme drohen allerdings von altbekannter Seite. Weltweit hat der von Rückrufaktionen schwer gebeutelte Konzern erneut 1,5 Millionen Wagen wegen Problemen an der Hinterachse in die Werkstätten zurückgerufen. Allein in Deutschland sind davon rund 70.000 Fahrzeuge betroffen.

Die Rückrufe und die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan im vergangenen Jahr hatten dazu geführt, dass Toyota die begehrte Krone als weltweit verkaufsstärkster Autohersteller vorübergehend an die Opel-Mutter General Motors abgeben musste. In den ersten drei Monaten dieses Jahres eroberte Toyota den Spitzenplatz aber zurück, auch bezogen auf daserste Halbjahr konnten die Japaner den Spitzenplatz verteidigen.

mg/dpa-afx/rtr/dapd
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