Weiteres Plus  im Juli Amerikaner im Auto-Kaufrausch

In Euopa werden bereits viel weniger Autos als in den Vormonaten verkauft, in Amerika dagegen mehr: Im Juli wurden in den USA 9 Prozent mehr Pkw, Geländewagen, Pick-up-Trucks und Vans an Frau und Mann gebracht als im Vormonat. Das Tempo des US-Verkaufsaufschwungs sinkt allerdings deutlich.
Brand new GMC trucks: Deutsche Hersteller haben Jahrzehnte nichts Passendes für die Amerikaner im Angebot gehabt

Brand new GMC trucks: Deutsche Hersteller haben Jahrzehnte nichts Passendes für die Amerikaner im Angebot gehabt

Foto: JUSTIN SULLIVAN/ AFP

New York - Die US-Amerikaner werden nur ein ganz kleines bisschen zögerlicher beim Autokauf. Sie leisten sich aber weiterhin mehr Autokäufe als in den Vormonaten. Nach endgültigen Zahlen des Marktforschers Autodata stieg der Absatz im Juli um 9 Prozent auf 1,15 Millionen Pkw, Geländewagen, Pick-up-Trucks und Vans. In den Monaten zuvor hatte der Markt gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum noch prozentual zweistellig zugelegt.

Das Bild ist bei den einzelnen Herstellern allerdings unterschiedlich. Während die beiden größten US-Hersteller Ford  und General Motors  zuletzt Rückgänge hinnehmen mussten, zeigten die deutschen Hersteller Stehvermögen: VW und die Premiumschwester Audi legten Rekordverkäufe hin. Allerdings spielen die deutschen Hersteller auch weiterhin nur eine untergeordnete Rolle auf dem US-Markt, obwohl sie aufholen.

Vor allem Autovermieter hätten sich zuletzt deutlich zurückgehalten, begründete General Motors am Mittwoch die Vollbremsung. Der Opel-Mutterkonzern wurde mit 201.200 Stück rund 6 Prozent weniger Fahrzeuge los. Die Analysten des Autoportals Edmunds.com wiesen darauf hin, dass General Motors seine Rabatte zurückgefahren habe, vor allem für die Hauptmarke Chevrolet. Bei Ford schrumpften die Verkäufe um 4 Prozent auf 174.000 Wagen.

Ganz anders dagegen VW: Für die Wolfsburger lief es in den USA so gut wie seit fast 40 Jahren nicht mehr: Die Verkäufe stiegen um 27 Prozent auf 37.000 Stück. Audi legte um 28 Prozent auf 11.700 Autos zu. Die Kunden rissen VW vor allem die Limousine Passat aus den Händen; nicht mehr ganz so beliebt wie im Vorjahr war der kleinere Jetta.

US-Markt im Fokus

"Das war der beste Juli seit 39 Jahren", sagte VW-Landeschef Jonathan Browning in einer Telefonkonferenz. Für Audi war es sogar der beste Juli aller Zeiten. Allerdings warnte Browning, dass die wirtschaftliche Entwicklung in den Vereinigten Staaten wackelig sei.

Porsche  stagnierte nahezu. BMW  musste ein leichtes Minus hinnehmen und kam am Ende nur dank der Tochter Mini auf ein Verkaufsplus von 4 Prozent mit 27.200 Wagen. Ähnlich sah es bei Mercedes-Benz aus, deren 6-prozentiges Wachstum auf 22.300 Autos vor allem von den Sprinter-Transportern und Smart-Zweisitzern herrührte.

Beim drittgrößten US-Autobauer Chrysler stiegen die Verkäufe noch um 13 Prozent auf 126.400 Wagen. Zuletzt hatte Chrysler seinem Mutterkonzern Fiat die Bilanz gerettet, der in Europa mit den Folgen der Schuldenkrise zu kämpfen hat. Der weltgrößte Autohersteller Toyota erholte sich weiter von den Folgen des Erdbebens und Tsunamis im vergangenen Jahr und konnte seine Verkäufe um 26 Prozent auf 164 900 Stück verbessern. Ähnlich sah es bei Honda und Nissan aus. Die Japaner sind traditionell stark in den USA.

Für Volkswagen ist der US-Markt der Schlüssel, um wie geplant bis 2018 zur Nummer eins der Autobauer aufzusteigen; Toyota  hat diese Position derzeit inne. Nachdem die Verkäufe in den USA lange vor sich hin dümpelten, hat VW mit neuen Modellen zu günstigeren Einstiegspreisen die Kunden zurückgewonnen. Für den US-Passat baute der Konzern eigens ein Werk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee. Mittlerweile sind dort 3300 Menschen beschäftigt. Statt ursprünglich 150.000 Wagen sollen ab dem kommenden Jahr 180.000 Wagen jährlich die Fabrik verlassen.

kst/dpa-afx
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