Absatzkrise Peugeot streicht in Frankreich 8000 Stellen

Peugeot zieht drastische Konsequenzen aus der Absatzkrise auf dem europäischen Automarkt. Im Heimatland Frankreich streicht der Hersteller 8000 Stellen. Ein Werk wird geschlossen. Das Streichkonzert stellt auch Präsident Hollande auf die Probe.
Peugeot-Produktion in Poissy: Die Kunden bleiben weg

Peugeot-Produktion in Poissy: Die Kunden bleiben weg

Foto: REUTERS

Paris - Die europäische Schuldenkrise zwingt den französischen Autobauer PSA Peugeot Citroën zu einem weiteren massiven Stellenabbau. Peugeot streicht noch einmal 8000 Stellen und schließt sein Werk Aulnay bei Paris mit allein mehr als 3000 Beschäftigen, wie der Renault-Rivale am Donnerstag vor Börsenbeginn ankündigte. Die Produktion soll dort den Angaben nach ab 2014 stillstehen.

Auch in Rennes fallen künftig 1400 Jobs weg, um das Angebot der sinkenden Nachfrage nach größeren Fahrzeugen anzupassen, teilte Peugeot  mit. Im Konzern werden zusätzlich 3600 Beschäftige in verschiedenen Bereichen ihren Job verlieren.

"Ich bin mir des Ernstes der heutigen Ankündigungen voll bewusst", erklärte Peugeot-Chef Philippe Varin. Die Schwere der Krise und ihre Auswirkungen auf das Geschäft in Europa machten diese Neuordnung unvermeidbar.

Kunden kaufen nicht

Für das erste Halbjahr stellte der Autobauer einen Nettoverlust in Aussicht. In der Kern-Auto-Sparte werde ein operativer Verlust von 700 Millionen Euro stehen.

Mangelndes Kundeninteresse in schuldengeplagten Euro-Ländern hat dem angeschlagenen französische Autohersteller zuletzt einen deutlichen Absatzrückgang eingebrockt. Im ersten Halbjahr 2012 gingen die weltweiten Auslieferungen um 13 Prozent auf 1,62 Million Autos zurück.

In Europa sei der Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 980.000 Fahrzeuge eingebrochen. Der Autobauer wies zugleich einen Bericht der Wochenzeitung "La Tribune" zurück, wonach er bei der Pariser Regierung Notkredite beantragt haben soll. Das Unternehmen bereitete allerdings schon länger eine neue Sparrunde vor.

PSA Peugeot Citroën war im Februar eine Allianz mit dem US-Autobauer General Motors  eingegangen, zu dem auch Opel gehört. Seither wurden zusätzliche Stellenkürzungen befürchtet, weil die Kooperation beiden Konzernen Einsparungen bringen soll.

nis/afp/rtr
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