Im ersten Halbjahr Daimler schafft weltweiten Verkaufsrekord

Es ist ein Zeichen der Stärke: Die Nobelkarossenschmiede Daimler hat in der ersten Hälfte dieses Jahres so viele Kunden für seine Autos wie nie zuvor in der Konzerngeschichte gefunden. Wieder konnten die Verkäufe in die Höhe geschraubt werden. Doch das Wachstumstempo sinkt.
Mercedes-Benz: Neue A-Klasse soll Absatz ankurbeln

Mercedes-Benz: Neue A-Klasse soll Absatz ankurbeln

Foto: Daimler

Stuttgart - Deutschlands Autogrößen schaffen noch einmal Jubelmeldungen. So hat das schwäbische Unternehmen Daimler im ersten Halbjahr dieses Jahres weltweit so viele Autos verkauft wie noch nie in der Daimler-Geschichte zuvor. Von Januar bis Juni brachten die Stuttgarter 708.517 Wagen der Marken Mercedes-Benz, Smart und Maybach an die Frau oder den Mann. Das war ein Zuwachs von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Doch selbst bei den robusten hiesigen Autoherstellern macht sich mittlerweile die Europ-Krise bemerkbar.

Der neuerliche Absatzrekord von Daimler  beispielsweise überstrahlt, dass die Rekordfahrt der Schwaben auszutrudeln scheint. Im Juni legte der Daimler-Absatz mit 131.139 verkauften Autos nur noch um 0,2 Prozent zum Vorjahresmonat zu, dabei hatte der deutsche Autohersteller im ersten Quartal noch zweistellige Zuwachsraten gemeldet. Die abflauende Entwicklung spiegelt sich dann auch in den Verkaufszahlen der Kernmarke Mercedes-Benz wider.

So gelang es Daimler in den ersten sechs Monaten dieses Jahres noch, die Fahrzeugverkäufe dieser Marke um 6,9 Prozent auf knapp 653.000 Fahrzeuge zu steigern. Im Juni war nur noch ein kleines weiteres Plus um 0,9 Prozent auf gut 121.500 Stück drin - und in Europa insgesamt gab es im vergangenen Monat sogar einen Rückgang um 4,3 Prozent. Daimler-Vertriebschef Joachim Schmidt gibt sich dennoch optimistisch. "Wir sind trotz schwierigem Marktumfeld in Südeuropa weiter auf Rekordkurs."

An der Börse setzt sich dieser eindruck offenbar auch heute fest. Die deutschen Autowerte haben sich am Mittwoch insgesamt nach US-Absatzzahlen für den Juni gegen den schwächeren Markt gestemmt. Am späten Vormittag legten BMW-  und Daimler-Titel  um 0,63 und 0,27 Prozent zu. Die Vorzugsaktien von Volkswagen  notierten prozentual unverändert, während der Dax zeitgleich um knapp ein halbes Prozent nachgab. Die in keinem großen Index notierten Porsche-Vorzüge  rückten zuletzt ebenfalls um moderate 0,23 Prozent vor.

Daimler setzt auf neue Modelle und ferne Märkte

dass die Entwicklung zumindest moderat weiter nach oben zeigt, könnte Daimler - wie auch den anderen deutschen Herstellern - eine Modelloffensive ermöglichen. Große Hoffnungen setzen die Schwaben beispielsweise auf die runderneuerte A-Klasse (im Bild), mit der sie vor allem junge Käufer ansprechen wollen

Als Stütze erweisen sich auch die Verkäufe außerhalb Europas. Tatsächlich lief zuletzt für Daimler insbesondere das Geschäft in den USA gut, wo das Unternehmen in der ersten Jahreshälfte 15,9 Prozent mehr Mercedes-Autos verkaufen konnte. In China legte Daimler um 7,8 Prozent zu - weniger stark als erhofft.

Die im Vergleich zu Audi und BMW zuletzt langsamere Entwicklung in China begründete Vertriebschef Schmidt mit der Einführung neuer Modelle. Die B-Klasse werde im August erst mit kleinen Stückzahlen in den Markt eingeführt, sagte er dem Online-Automagazin "Autogazette". Die neue M-Klasse und die Produktion des GLK befänden sich noch im Anlauf. Mit den neuen Modellen soll der Absatz in China wieder Fahrt aufnehmen. In diesem Jahr könnten in China über 200.000 Fahrzeuge abgesetzt werden, 2015 sollen es laut Schmidt dann 300.000 Autos sein.

Schmidt äußerte sich zuversichtlich, dass die Kernmarke Mercedes-Benz die Mittelfristziele früher als bislang geplant erreicht. "Wir trauen uns aufgrund unserer derzeit guten Performance zu, dass wir die anvisierten 1,5 Millionen Fahrzeuge bereits im Jahr 2014 erreichen können, also ein Jahr früher als geplant", sagte Schmidt dem Magazin. In diesem Jahr könne der Absatz schon auf mehr als 1,4 Millionen Fahrzeuge klettern.

Schmidt äußerte die Hoffnung, dass die Märkte in Spanien und Italien inzwischen ihre Talsohle erreicht haben. Zwar laufe der Markt dort derzeit schlechter als während der Finanzkrise 2008/2009. Vom kommenden Jahr an rechnet der Vertriebschef mit einer Erholung.

kst/dapd/dpa-afx/rtr

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.