Autohersteller BMW und Toyota vertiefen Zusammenarbeit

Die Autokonzerne BMW und Toyota wollen einem Medienbericht zufolge offenbar bei Motoren- und Batterietechnologien gemeinsame Wege gehen. Die Japaner planen überdies, die Fertigung in Frankreich auszuweiten - um sich vor Währungsrisiken zu schützen.
Kleinwagen Yaris mit Hybridantrieb: Künftig in Frankreich zusammengeschraubt

Kleinwagen Yaris mit Hybridantrieb: Künftig in Frankreich zusammengeschraubt

Foto: Toyota

Hamburg/Tokio - Die Autokonzerne BMW und Toyota wollen ihre Kooperation offenbar ausbauen. Die Konzernchefs Norbert Reithofer und Akio Toyoda wollten in Kürze ein Bündnis bekanntgeben, das gemeinsame Projekte zur Hybridtechnologie, der Brennstoffzelle, der Fahrzeugelektronik und dem Leichtbau vorsehe, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

BMW habe so Ersatz für den bisherigen Partner Peugeot  gefunden, der die gemeinsame Entwicklung von Elektrofahrzeugen nicht weiterführen wolle.

Toyota  und BMW  hatten Ende 2011 vereinbart, dass der deutsche Konzern Dieselmotoren an den weltgrößten Autohersteller in Japan liefert. Beide Unternehmen entwickeln zudem gemeinsam eine nächste Generation von Lithium-Ionen-Akkus.

Der japanische Ex-Weltmarktführer gab darüber hinaus bekannt, künftig Autos für Nordamerika in Frankreich zu fertigen. Das Kompaktmodell Yaris werde von Mai kommenden Jahres an von dort aus in die USA, nach Kanada und Puerto Rico exportiert. Den Unternehmensangaben zufolge wird die Produktion in Frankreich für diese Länder jährlich 25.000 Fahrzeuge erreichen. Toyota will dafür seine französische Fabrik für acht Millionen Euro ausbauen.

Europa-Engagement soll Währungs- und Energierisiken mindern

Die Japaner wollen sich mit dem Schritt besser gegen die starke Währung und hohen Energiekosten in der Heimat schützen. Toyota  geht damit einen anderen Weg als die Konkurrenten Honda , Nissan  und Mazda, die ihre Produktion für Nordamerika nach Mexiko verlegen.

Der Yen gilt in der derzeitigen Krise als Fluchtwährung, verteuert dadurch aber die Exporte der heimischen Industrie. Japans Autobranche leidet zudem unter einem stark geschützten Arbeitsmarkt, hohen Unternehmenssteuern und einer festgefahrenen Energiepolitik seit der Fukushima-Katastrophe im vergangenen Jahr, nach der die Regierung alle Atomkraftwerke im Land abgeschaltet hat.

Toyota  hatte sich trotz der schwierigen Jahres 2011 zuletzt mit Milliardengewinnen und einer Schwellenländer-Offensive zurückgemeldet. Doch Experten sind uneins, ob der japanische Autohersteller an die Weltspitze zurückkehrt - oder gegen Volkswagen  und General Motors  auf verlorenem Posten kämpft.

krk/dapd/rtr

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