Volkswagen Das große Stühlerücken

Martin Winterkorn will VW strukturell und personell fit für die nächsten Jahre machen. Das Ergebnis langer Überlegungen ist der wohl größte personelle Umbau der VW-Geschichte - nach Informationen aus Unternehmenskreisen soll es auch einen China-Vorstand geben.
VW-Chef Martin Winterkorn: Es geht um gut 30 Top-Personalien im Konzern

VW-Chef Martin Winterkorn: Es geht um gut 30 Top-Personalien im Konzern

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

Hamburg - Wochen-, sogar monatelang tagten die Wolfsburger Konzerngranden. Eine Runde um Volkswagenchef Martin Winterkorn diskutierte dutzendweise Namen, besetzte in Gedanken ganze Markenvorstände neu, verwarf die Pläne wieder und einigte sich schließlich doch.

Das Ergebnis all der Überlegungen ist der wohl größte personelle Umbau der VW-Geschichte - nach Informationen aus Unternehmenskreisen mit Auswirkungen bis nach China und in den Konzernvorstand.

Das Ziel: Martin Winterkorn will Volkswagen  strukturell und personell fit für die nächsten fünf bis zehn Jahre machen. Der Vorstandschef will den Wolfsburger Konzern bis 2018 zum weltweit führenden Automobilhersteller machen.

Insgesamt gehe es um gut 30 Top-Personalien, heißt es im Konzern. Noch sei das Paket zwar nicht von den Aufsichtsgremien verabschiedet. Doch die wesentlichen Änderungen stünden so gut wie fest und würden voraussichtlich am 1. Juni verabschiedet.

Östling neuer Lkw-Vorstand, China-Verantwortlicher rückt in Vorstand

So soll Scania-Chef Leif Östling in den Konzernvorstand aufsteigen. Er werde Jochem Heizmann als Lkw-Vorstand ablösen, erfuhr manager magazin. Damit würde der 67-jährige Östling künftig die schwierige Integration der von Volkswagen kontrollierten Truck-Hersteller MAN und Scania sowie der Nutzfahrzeugsparte des Konzerns lenken. Heizmann soll eine andere Position übernehmen.

Der China-Verantwortliche werde künftig Vorstandsrang bekleiden, heißt es in Konzernkreisen. Die Volksrepublik ist für Volkswagen der wichtigste Markt. Der Konzern hat dort im vergangenen Jahr 2,25 Millionen Autos verkauft. Internen Prognosen zufolge könnte der Absatz allerdings bis 2020 auf 5 Millionen Fahrzeuge pro Jahr wachsen - und damit auch die Abhängigkeit des Konzerns von der bisweilen unberechenbaren chinesischen Regierung.

Stühlerücken auch bei MAN

Auch bei MAN  stehen größere Veränderungen an. Im wichtigsten Bereich des Konzerns, der Sparte Truck & Bus, würden gleich mehrere Vorstandspositionen neu besetzt, heißt es in Wolfsburg. Unter anderem wird der schon lange diskutierte Wechsel von Audi-Einkaufschef Ulf Berkenhagen perfekt gemacht. Und der ehemalige Personalchef der in Hannover ansässigen Nutzfahrzeugsparte von VW, Jochen Schumm, werde diese Rolle jetzt in München übernehmen.

Im Zuge des Wechsels von Einkaufschef Berkenhagen besetzt den Angaben zufolge auch Audi-Chef Rupert Stadler seinen Vorstand gleich in mehreren Ressorts neu.

Wie vom manager magazin bereits berichtet, übernimmt der Wolfsburger Einkaufsmanager Bernd Martens, ein enger Vertrauter von Konzernvorstand Francisco Javier Garcia Sanz, Berkenhagens Position in Ingolstadt. Die Rolle von Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer übernimmt der bislang für das Marketing der Marke VW verantwortliche Italiener Luca de Meo. Und Wolfgang Dürheimer, bislang Chef der Marken Luxusmarken Bentley und Bugatti, löst Michael Dick als Entwicklungschef ab.

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