Daimler Schwaches Lkw-Geschäft belastet Autobauer

Daimler, MAN und Co. leiden zusehends unter einem schleppenden Absatz ihrer Lastwagen. In Europa brach der Verkauf um mehr als 11 Prozent ein, in Italien um fast 40. Auch der brasilianische Markt bereitet den Herstellern Sorgen - Daimler verordnet 1500 Beschäftigten daher eine Zwangspause.
Warten auf den Einsatz: Speditionen haben derzeit wenig Bedarf nach neuen Lastwagen

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Foto: dapd

Frankfurt am Main - Der europäische Nutzfahrzeugmarkt ist im April erneut geschrumpft. Im vergangenen Monat kamen 145.000 und damit 11,4 Prozent weniger Transporter, Lastwagen, Sattelschlepper und Busse neu auf die Straßen, wie der Herstellerverband Acea am Mittwoch mitteilte.

Von Januar bis April betrug das Minus in den 27 EU-Staaten und den Efta-Ländern 9,6 Prozent. Die schwache Konjunktur ließ die Neuzulassungen im April auf allen großen Märkten schrumpfen. Am besten hielten sich noch Frankreich (minus 1,2 Prozent) und Deutschland mit minus 1,6 Prozent. In Italien brachen die Neuzulassungen um 38,6 Prozent ein, in Spanien sanken sie um 28,9 Prozent.

Der Einbruch bei den Neuzulassungen am europäischen Lkw-Markt hat am Mittwoch vor allem MAN  zu schaffen gemacht. MAN verloren 1,6 Prozent auf 80,07 Euro, die Aktien der MAN-Mutter Volkswagen  gut ein Prozent. Daimler gaben ähnlich wie der Dax ebenfalls gut ein Prozent ab. In Stockholm fielen auch Scania  und Volvo  um je 1,4 Prozent.

In Brasilien läuft das Geschäft mit Lkw ebenfalls schlecht. Deshalb müssen dort 1500 Daimler-Beschäftigte eine fünfmonatige Auszeit nehmen. Der Nutzfahrzeughersteller reagiert auf die schwachen Verkaufszahlen in dem Land, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Betroffen sind Beschäftigte im Lastwagen- und Busbau. Bereits in der vergangenen Woche hatte Daimler ebenso wie Konkurrent Volvo einen zwischenzeitlichen Produktionsstopp angekündigt.

Die Mitarbeiter bekommen während der Zwangspause weiter einen Großteil ihrer Gehalts, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Sie müssen sich im Gegenzug weiterbilden. Der Schritt sei im Einklang mit den Gewerkschaften beschlossen worden, um flexibel auf die derzeit schwierige Lage in Brasilien zu reagieren.

In Brasilien ist der Absatz von Lastwagen und Bussen in diesem Jahr eingebrochen, was auch mit der Einführung neuer Abgasnormen zusammenhängt. Insgesamt wird mit einem Verkaufsrückgang von 10 bis 20 Prozent gerechnet. In den ersten beiden Mai-Wochen wurden sogar 28 Prozent weniger Fahrzeuge auf dem brasilianischen Gesamtmarkt verkauft. Daimler beschäftigt fast 15.000 Mitarbeiter in Brasilien.

nis/rtr/dpa-afx
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