Kooperationen Bahn schmiedet Carsharing-Allianz

Offensive abseits der Schiene: Die Deutsche Bahn plant laut einem Medienbericht ihr Carsharing-Angebot deutlich auszuweiten. Dafür will der Konzern mit Autoherstellern und -händlern kooperieren. Eine systemübergreifende App ist bereits in der Mache.
Carsharing in Stuttgart: Hier startete die Deutsche Bahn 2009 ihr Angebot namens Flinkster

Carsharing in Stuttgart: Hier startete die Deutsche Bahn 2009 ihr Angebot namens Flinkster

Foto: DDP / Michael Latz

Berlin - Die Deutsche Bahn will ihr Carsharing-Angebot erweitern. "Wir führen Gespräche sowohl mit Autoherstellern als auch mit Autohändlern, um Kooperationen zu prüfen, mit dem Ziel, unser DB-Carsharing-Angebot auszubauen", sagte ein Bahnsprecher der Nachrichtenagentur dpa. Namen wollte er nicht nennen.

Zuvor hatte die "Wirtschaftswoche" berichtet, die Bahn verhandle mit BMW und Daimler sowie Händlern verschiedener Automarken über eine Ausdehnung ihres Carsharing-Angebotes. BMW, Daimler und die Bahn erörterten eine gegenseitige Öffnung der Carsharing-Systeme. Die Bahn entwickele bereits eine App, mit denen die Nutzer von Smartphones auf die Systeme DriveNow von BMW, Car2Go von Daimler und Flinkster der Bahn zugreifen könnten.

Derzeit erreicht die Bahn nach eigenen Angaben mit ihrem Carsharing-Angebot bundesweit 190.000 Kunden mit 2500 Fahrzeugen. "Bis 2014 wollen wir unsere Flotte verdoppeln", kündigte DB-Fuhrpark-Chef Rolf Lübke an.

Auch mit Opel-, Peugeot -, Ford - und Citroën-Händlern verhandele die Bahn über eine Zusammenarbeit, hieß es. Dabei will die Bahn dem Bericht zufolge den Händlern über eine Lizenz ermöglichen, Autos aus deren Fuhrpark unter deren Namen über das Bahn-Carsharing-System anzubieten. Die Bahn übernehme Reservierungen und Abrechnung.

Carsharing außerhalb der Ballungsräume

Die Autovermietung Opel Rent wollte die Vereinbarung mit der Bahn dem Bericht zufolge nicht bestätigen, räumte aber Verhandlungen "mit einem der großen deutschen Carsharing-Anbieter" ein. Im Auftrag von Opel solle ein Angebot aufgebaut werden, bei dem die Opel-Händler die Fahrzeuge zur Verfügung stellen und den Service verantworten.

Ein Großteil deutscher Autohändler würde einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens puls zufolge gerne in das Carsharing-Geschäft der Autohersteller einsteigen. 39 Prozent der 300 im Auftrag der "Wirtschaftswoche" befragten Unternehmen würden gerne bei den Angeboten eine Rolle spielen, etwa bei der Bereitstellung der Fahrzeuge oder dem Service. 32 Prozent sehen Carsharing als profitables Geschäft.

Durch die Autohäuser würde das Netzwerk abseits der Ballungsräume ausgebaut. "Wo wir Partner finden, verzichten wir auf eigene Flinkster-Fahrzeuge", sagte Lübke. Die Abkommen würden ins Konzept der Bahn passen. Seit Jahren kooperiert der Konzern mit regionalen Anbietern wie Teilauto in Jena, Leipzig und Dresden.

Dem Carsharing-System liegt der Gedanke zugrunde, bei Bedarf sehr schnell Autos mieten und nutzen zu können. Die Angebote richten sich bisher zumeist an Großstädter, die Autos an bestimmten Orten und normalen Parkplätzen kurzfristig abholen und wieder abstellen können. Abgerechnet wird automatisch über die hinterlegten Kontodaten und nach gefahrenen Kilometern.

mahi/dpa/dapd
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