Sonntag, 22. September 2019

Dienstwagen Unternehmen verschmähen E-Autos

SAP-Elektroautos: Für kurze Distanzen geeignet
SAP/Wolfram Scheible / DPA
SAP-Elektroautos: Für kurze Distanzen geeignet

2. Teil: Nischenprodukt mit harter Konkurrenz

Aber immerhin: Bei SAP entfällt durch den E-Auto-Einsatz ein Viertel der bisherigen gesamten Unternehmens-Emissionen, die von der SAP-Fahrzeugflotte abgegeben wurd. Das allerdings auch nur, weil für den Antrieb der kleinen E-Flotte sogenannter grüner Strom eingekauft wurde. Also solcher, der aus erneuerbaren Energien wie Wind- oder Sonnemkraft erzeugt worden ist. "Wir wollen unsere Emissionen nicht verlagern", betont Daniel Schmid, SAP-Konzernbeauftragter für Nachhaltigkeit.

Während Schmid erzählt schaut er aus dem Fenster und sieht ein Fahrzeug eines Kunden, das an einer Aufladestation von SAP "auftankt". Dann sagt er, dass das Projekt auch nach seinem Abschluss noch einen Mehrwert habe. Dennoch gebe es derzeit keine Bestrebungen, die Dienstwagenflotte komplett auf E-Autos umzustellen.

Am Firmensitz gebe es sechs elektrische Kleinwagen, zählt Schmid auf, in Bangalore seien 30 E-Fahrzeuge im Einsatz, in Singapur und im kalifornischen Palo Alto gibt es ebenfalls Elektromobilität. "Das Projekt hatte eine hohe visionäre Dimension", fasst die Sozialforscherin Deffner zusammen, "es gibt jedoch noch keine wirkliche Alltagstauglichkeit".

Elektroautos sind nach wie vor ein Nischenprodukt, womöglich bleiben sie es auch noch eine lange Zeit. "Für Dienstwagen im Pendlerverkehr gibt es zwar eine Chance", sagt Rudolf Krebs, Generalbevollmächtigter bei Europas größtem Autohersteller Volkswagen. "Für den Langstreckenverkehr allerdings wird der Hybridantrieb erfolgreicher zum Einsatz kommen". Behält er recht, wird auch der Einsatz von E-Autos in den Dienstwagenflotten der deutschen Konzerne auch auf absehbare zeit noch eine untergeordnete Rolle spielen.

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