Donnerstag, 21. November 2019

Pumpspeicher Volkswagen erwägt Kraftwerksbau im Harz

Großinvestition in Sicht: Bergwerksschacht Wiemanssbucht in Bad Grund

Europas größten Autokonzern zieht es auch ins Energiegeschäft. Volkswagen untersucht die mögliche Nutzung aufgegebener Bergwerke im Harz für Pumpspeicher. So könnte Strom aus erneuerbaren Quellen effizienter genutzt - und die geplante Elektroautoflotte besser vermarktet werden.

Wolfsburg - Der Volkswagen-Konzern erwägt den Einstieg in ein gigantisches Pumpspeicherprojekt im Harz. Nach den Plänen soll ein stillgelegtes Bergwerk für mehr als 100 Millionen Euro zum Speichern überschüssiger elektrischer Energie umgebaut werden. "Volkswagen unterstützt im Rahmen des geplanten Ausbaus regenerativer Energieformen die Machbarkeitsstudie für ein Pumpspeicherkraftwerk im Harz", erklärte Firmensprecherin Ines Roessler am Dienstag.

Die Pläne beruhen auf einer Untersuchung des Energieforschungszentrums Niedersachsen (EFZN) in Goslar. Die Ingenieure hatten festgestellt, dass alte Bergwerke sich generell als Pumpspeicher für Elektrizität eignen. Allein im Harz gebe es mehr als zehn denkbare Standorte. "Zu dem in Deutschland grundsätzlich geplanten Ausbau an erneuerbaren Energieträgern sind auch entsprechende Energiespeicher notwendig, deshalb prüft Volkswagen Börsen-Chart zeigen dieses Vorhaben", sagte die VW-Sprecherin.

Die konzerneigene Volkswagen Kraftwerk GmbH wird sich an einer Wirtschaftlichkeitsberechnung beteiligen. Dies sei die Vorstufe zur Gründung einer Projektentwicklungsgesellschaft, teilte Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode am Dienstag in Clausthal-Zellerfeld mit. Der FDP-Politiker stellte dort die bisherigen Ergebnisse der vom Land mitgetragenen "Initiative Zukunft Harz" (IZH) vor. Das Land ist Großaktionär des Konzerns. An der Initiative sind neben dem Land Niedersachsen die Kreise Goslar und Osterode, die Agentur für Arbeit und die Unternehmensberatung McKinsey beteiligt.

In einem Pumpspeicherwerk wird in Zeiten mit Stromüberschuss Wasser in ein hochgelegenes Becken gepumpt. Wenn wieder Strom gebraucht wird, fließt das Wasser in Turbinen und erzeugt Elektrizität. Volkswagen will ab 2013 im großen Stil Autos mit Elektroantrieb vermarkten.

Volkswagen hatte schon erklärt, der Konzern wolle mittelfristig 600 Millionen Euro in erneuerbare Energien stecken. Die Konzerntochter Audi hat bereits ein erstes Projekt laufen: Der Hersteller aus Ingolstadt beteiligt sich an vier Windrädern in der Nordsee. Mit dem Windstrom sollen später Audi-Elektrofahrzeuge angetrieben werden. Audi will damit dem Vorwurf entgehen, Stromfahrzeuge würden mit Elektrizität aus umweltschädlichen Kohlekraftwerken oder Atomkraftwerken geladen.

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