Mittwoch, 20. November 2019

Opel-Mutterkonzern Peugeot und GM loten Allianz aus

Produktion von Peugeot bei Paris: Eine Zusammenarbeit mit Opel bei Kleinwagen könnte die Franzosen weiterbringen

Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroen spricht mit der Opel-Mutter General Motors laut Verhandlungskreisen über eine Zusammenarbeit. Kern könnte eine Zusammenarbeit von Peugeot und Opel bei Kleinwagen sein. Die Peugeot-Aktie hebt ab.

Paris - Ziel sei, durch gemeinsame Modell-Plattformen und Größenvorteile die Herstellungskosten zu drücken und so die Verluste im Europa-Geschäft zu verringern, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. "Es geht um eine strategische Allianz", sagte ein Insider.

Zuvor hatte die französische Zeitung "La Tribune" berichtet, dass der zweitgrößte Autokonzern Europas Gespräche mit GM bezüglich einer möglichen Partnerschaft führe. Sollten sich beide Konzerne einigen, dann könnte die Zusammenarbeit bereits in der ersten März-Woche auf der Automobilshow in Genf bekanntgegeben werden, hieß es

Kern einer solchen Allianz könne eine Zusammenarbeit von Peugeot und Opel bei Kleinwagen sein. Beide Firmen stehen unter großem Handlungsdruck - Peugeot ist wegen der Abhängigkeit vom Heimatmarkt und den südeuropäischen Schuldenstaaten der am heftigsten von der Krise betroffene Autobauer.

Die Franzosen waren zuletzt im Kerngeschäft in die Verlustzone gerutscht und haben herbe Einschnitte angekündigt. Opel wiederum ist seit Jahren das Sorgenkind des weltgrößten Autokonzerns GM und steht vor einer harten Sanierung.

Volkswagen ist Peugeot weit enteilt

Eine enge Verflechtung über Aktienbeteiligungen sei zunächst nicht geplant, hieß es aus den Verhandlungskreisen weiter. Allenfalls würden kleinere Aktienpakete ausgetauscht, was lediglich einen symbolischen Stellenwert hätte. Die Firmen seien einer Einigung aber noch nicht nahe.

Europas Branchenprimus Volkswagen Börsen-Chart zeigen ist dem Zweiplatzierten PSA inzwischen weit enteilt: Während VW auf dem Weg an die anvisierte Weltmarktspitze immer mehr Autos verkauft - 2011 waren es schon über acht Millionen Fahrzeuge - setzte Peugeot Börsen-Chart zeigen wegen der Flaute in Europa nur 3,5 Millionen Autos ab, 1,5 Prozent weniger als 2010.

Und die GM-Tochter Opel befindet sich seit Jahren in Rückzugsgefechten um Marktanteile und schreibt rote Zahlen, die Geduld der Konzernmutter in Detroit mit der Rüsselsheimer Tochter wird immer weniger. Analysten allerdings konnten in einer ersten Reaktion nur schwer mögliche Vorteile einer Kooperation erkennen. Schließlich kämpften beide Firmen in Europa mit ähnlichen Problemen und hätten sich daher nur wenig zu geben, sagte Erich Hauser von Credit Suisse.

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