Montag, 14. Oktober 2019

Elektroauto Ampera Opels letzter Trumpf

2. Teil: "Fortgeschrittene Technologie, wirklich fortgeschritten"

US-Republikaner bezeichnen den Volt seit dem Vorfall zudem als Kronzeugen eines "fehlgeschlagenen Industrieexperiments", wie sie die staatliche Hilfe für den GM-Konzern, der immer noch zu 26 Prozent dem Staat gehört, bezeichnen. Der rechtslastige Fernsehsender Fox News brandmarkt den Volt als Paradebeispiel "für die Verschwendung von Steuergeld". Ein auch von der Ölindustrie finanziertes Forschungsinstitut nannte den Volt das "am stärksten subventionierte Auto seit dem Trabant".

Als jüngstes Beispiel für vermeintliche Geldverschwendung führen die Volt-Gegner einen 3,5 Millionen Dollar teuren Werbesport an, der beim Super Bowl lief, dem Endspiel der Football-Liga NFL. Mit ihm begegnete GM dem schleppenden Absatz des Wagens und dem sich verschlechternden Image.

Im Spot nimmt ein halbes Dutzend Aliens nachts in der Garage eines amerikanischen Autofahrers den Volt unter die Lupe. Entnervt von den spionierenden Fremden und ihrem UFO vor seiner Garage, watschelt der Mann im Schlafanzug über den Hof zu den kegelköpfigen grünen Männchen: "Das ist schon das dritte Mal diese Woche, aber ich sage es Euch gerne noch einmal: Das ist ein Elektroauto, und wenn die Batterie leer ist, wird es von einem Motor angetrieben". Das Werbevideo endet mit dem vielsagenden Hinweis: "Fortgeschrittene Technologie, wirklich fortgeschritten".

Für General Motors, aber auch für Opel ist nun wichtig, dass diese Botschaft ankommt. Denn der Volt-Absatz ist in den USA im Januar auf gerade 603 Autos eingebrochen - von mehr als 1500 im Dezember. Das Ziel, im laufenden Jahr 45.000 Exemplare zu verkaufen, rückt in weite Ferne. Dabei subventioniert der Staat den Kauf eines 40.000 Dollar teuren Volts mit 7500 Dollar.

Skaleneffekte dringend benötigt

Nur wenn die Produktion aber in Schwung kommt, haben Volt und Ampera eine Zukunft außerhalb der Nische. "Es war uns immer klar, dass es eine gewisse Zeit braucht, bis wir echte Skaleneffekte erzielen und damit auch der Preis des Fahrzeugs sinkt", sagt Opel-Manager Fuchs.

Dies ist allerdings dringend nötig für eine breitere Akzeptanz des Amperas und weiterer Elektroautos. "Ob weitere Kundenschichten erreicht werden, hängt vor allem von den Kosten ab", sagt DB-Research-Mann Heymann mit Blick auf den gesamten Markt für E-Autos. So ist es auch in Europa wohl noch länger Überzeugungskäufern vorbehalten, dem 43.000 Euro teuren Ampera zum Durchbruch zu verhelfen.

Die Ziele für das laufende Jahr wird Opel damit nach eigenen Angaben offenbar erfüllen. "Die Nachfrage liegt voll im Rahmen unserer Erwartungen", sagt Fuchs. Bisher gibt es laut Fuchs 5500 feste Bestellungen, 10.000 Autos will Opel 2012 in Europa absetzen. "Der Ampera wird die Zahl der in Europa zugelassenen Elektroautos in diesem Jahr mehr als verdoppeln."

In Deutschland sollen in diesem Jahr etwa 2000 bis 2500 Amperas auf die Straße kommen. Stärkster Markt für den Ampera sind Opel zufolge jedoch die Niederlande. Städte wie Amsterdam setzen stark auf Elektromobilität und gewähren kostenlose Parkplätze im Zentrum sowie kostenlose Ladesäulen. Zudem müssen Dienstwagenfahrer Elektroautos nicht als geldwerten Vorteil versteuern.

Derartige Initiativen haben Opel und GM bitter nötig, um mit Ampera und Volt nicht gegen die Wand zu fahren. Vereinzelt heißt es in der Branche bereits, dass der Ampera den Volt retten müsse - zumal in den USA inzwischen auch die staatliche Kaufpreissubvention ins Gerede gekommen ist. In einigen Bundesstaaten fordern Abgeordnete sogar bereits eine Sondersteuer für Elektroautos.

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