Freitag, 18. Oktober 2019

General Motors GM droht Opel mit Werksschließungen

Keine freundschaftliche Beziehung: Opel und die Konzernmutter General Motors

Nach einem Medienbericht soll Opel im vierten Quartal "horrende" Verluste erwirtschaftet haben. Der Mutterkonzern GM erwägt nun, mehr Werke als geplant zu schließen. Davon könnte auch Bochum betroffen sein. Opel bezeichnet den Bericht als Spekulation.

New York - Der US-Autokonzern General Motors Börsen-Chart zeigen verliert offenbar die Geduld mit seiner kriselnden Tochter Opel und erwägt einem Bericht zufolge Werkschließungen unter anderem in Bochum. "Wenn Opel gerettet wird, dann jetzt, und die Einschnitte werden tief gehen", sagte ein nicht namentlich genannter GM-Manager dem New Yorker "Wall Street Journal".

Grund dafür seien "horrende" Verluste im vierten Quartal, hieß es. Neben Bochum mit seinen mehr als 3000 Mitarbeitern könnte auch der britische Standort Ellesmere Port mit 2100 Beschäftigten geschlossen werden. Bislang habe GM aber keine Einigung mit den Gewerkschaften erzielt, schrieb die Zeitung.

Der Zeitung zufolge ist die GM-Führung dabei, einen Plan für sein Europa-Geschäft auszuarbeiten, der mehr Werksschließungen und Stellenstreichungen vorsieht. Demnach könnten Teile der Produktion von Deutschland nach Südkorea verlagert werden.

Opel-Sprecher: Werksschließungen bis 2014 laut Vertrag ausgeschlossen

Ein Sprecher des Opel-Werks in Bochum bezeichnete den Bericht als Spekulation und wollte die Meldung auch nicht kommentieren. Zugleich bekräftigte er, dass Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen für alle europäischen Opel-Standorte laut dem bestehenden Vertrag bis 2014 ausgeschlossen seien.

Nach Presseberichten hat General Motors im vergangenen Jahr seinen Gewinn auf rund acht Milliarden Dollar verdoppelt und damit den höchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte erzielt. Die Verluste im Europageschäft will der Konzern aber nicht mehr weiter tolerieren und die Kosten weiter senken.

Die Verhandlungen darüber mit den Gewerkschaften und dem Opel-Betriebsrat dürften sich allerdings schwierig und zäh gestalten. Denn die Arbeitnehmervertreter sind der Auffassung, dass die Beschäftigten bereits einen erheblichen Beitrag zur Sanierung des Unternehmens geleistet haben.

rei/dapd

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