Absatzzahlen Europas Automarkt schrumpft weiter

Auf dem europäischen Automarkt hat sich der Abwärtstrend im Dezember verschärft. Deutschland ist mit einem klaren Plus die einzige Ausnahme unter den großen Märkten. Damit steigt auch der Marktanteil der heimischen Hersteller, während Fiat und Co. zurückfallen.
Verkehr in Madrid: Der Markt tritt auf die Bremse

Verkehr in Madrid: Der Markt tritt auf die Bremse

Foto: SUSANA VERA/ REUTERS

Brüssel - Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresmonat sei die Zahl neu zugelassener Pkw im Dezember um 6,4 Prozent auf 953.108 Fahrzeuge gesunken, teilte der europäische Branchenverband ACEA am Dienstag in Brüssel mit. Im Gesamtjahr 2011 ging die Zahl der Neulassungen damit um 1,7 Prozent auf 13,11 Millionen Autos zurück - das vierte Minus in Folge.

Gestützt wurde der europäische Automarkt vor allem von der starken Nachfrage in Deutschland. Hierzulande stieg die Zahl der Neuzulassungen im Dezember um rund 6 Prozent auf 244.501. In anderen großen Ländern wie Frankreich (minus 17,7 Prozent), Großbritannien (minus 3,7 Prozent), Italien (minus 15,3 Prozent) und Spanien (minus 3,6 Prozent) ging die Zahl der neu zugelassenen Fahrzeuge im abgelaufenen Monat weiter zurück.

Auch über das gesamte Jahr war der deutsche Markt unter den großen Ländern der einzige mit steigenden Neuzulassungszahlen. Von Januar bis Dezember wurde ein Anstieg von 8,8 Prozent auf 3,17 Millionen registriert. In den durch die Euro-Krise stark gebeutelten Volkswirtschaften wie Italien oder Spanien ging die Zahl um knapp 11 Prozent respektive knapp 18 Prozent zurück. Den stärksten Einbruch erlitten Portugal und Griechenland mit jeweils minus 31 Prozent. In Frankreich fiel die Zahl der Pkw-Neuzulassungen um 2,1 Prozent und in Großbritannien um 4,4 Prozent.

Zulegen konnten die sehr kleinen Märkte der baltischen Länder mit Wachstumsraten von mehr als 50 Prozent. Insgesamt schrumpfte der Absatz in Osteuropa aber überdurchschnittlich, weil der große polnische Markt ein Minus von 12 Prozent verzeichnete.

Unter den Autoherstellern konnte Marktführer Volkswagen  seine Vormachtstellung nicht nur erneut behaupten, sondern auch weiter ausbauen: Der Marktanteil der Wolfsburger stieg im Gesamtjahr von 21,2 Prozent 2010 auf 23,2 Prozent. Auch BMW  baute seinen Marktanteile weiter aus von 5,4 auf 6,0 Prozent, der von Daimler  stieg leicht von 4,9 auf 5,0 Prozent.

Der Marktanteil der PSA-Gruppe  mit ihren Marken Peugeot und Citroen sank dagegen von 13,5 auf 12,5 Prozent und der von Renault  von 10,4 auf 9,7 Prozent. Fiat  büßte 12 Prozent ein und sank mit 928.000 verkauften Autos unter die Millionenmarke. General Motors  mit den Marken Opel/Vauxhall und Chevrolet konnte seinen Marktanteil bei 8,7 Prozent nahezu konstant halten, ebenso wie Ford  mit 8,0 Prozent. Unter den asiatischen Herstellern konnten Nissan , Hyundai  und Kia Boden gutmachen, während Mazda, Honda , Suzuki  und Toyota  zurückfielen.

ak/dpa-afx
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.