Sonntag, 21. April 2019

Malaysia Volkswagen-Partner kauft Autobauer Proton

Proton-Werk in Shah Alam: Der malaysische Marktführer strebt auf den Weltmarkt

Malaysia hat einen Weg gefunden, der nationalen Autoindustrie eine Perspektive zu geben. Das Konglomerat des Milliardärs Bukhary, das bereits eine Fabrik für Volkswagen baut, kauft dem Staat Proton ab. Zu der Firma gehört auch die Sportwagenmarke Lotus.

Kuala Lumpur - Das malaysische Konglomerat DRB-Hicom hat am Montag mitgeteilt, es werde den einheimischen Autohersteller Proton übernehmen. Der Deal über drei Milliarden Ringgit (750 Millionen Euro) könnte Protons erlahmenden Erfolg wiederbeleben.

DRB-Hicom wird der Mitteilung zufolge 1,29 Milliarden Ringgit (324 Millionen Euro) für den 43-Prozent-Anteil des Staatsfonds Khazanah Nasional an Proton bezahlen. Anschließend werde den verbleibenden Aktionären ein Angebot zu 5,50 Ringgit (1,38 Euro) je Anteilsschein unterbreitet. Laut Analysten würde das die gesamte Kaufsumme auf rund drei Milliarden Ringgit bringen.

Khazanah erklärte, der Verkauf werde dazu beitragen, Proton wettbewerbsfähiger aufzustellen. Analysten sagten, der Deal könne dem Autobauer die Wende bringen. In den vergangenen Jahren verhandelte Proton vergeblich mit ausländischen Konzernen wie Volkswagen über einen Zusammenschluss, weil die malaysische Regierung die Kontrolle behalten wollte.

Die vom Milliardär Syed Mokhtar al-Bukhary kontrollierte DRB-Hicom montiert und vertreibt Fahrzeuge für Volkswagen Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und Honda Börsen-Chart zeigen. Das Konglomerat ist auch im Bank-, Versicherungs- und Immobiliengeschäft aktiv. "Das ist ein fairer Deal. Er verheißt Gutes und wird Proton neue Türen öffnen", sagte Analyst Ahmad Maghfur von OSK Research. Der Handel mit Aktien von Proton und DRB-Hicom wurde am Montag unterbrochen. Protons Kurs hatte sich in den vergangenen Wochen auf 5,18 Ringgit beinahe verdoppelt.

Vom unumstrittenen Marktführer zum Krisenfall

DRB-Hicom sagte zu, Proton als einheimischen Autohersteller zu erhalten. Zugleich wolle man im regionalen Markt wachsen und Malaysia zu einem bevorzugten Fertigungsstandort für die Branche ausbauen.

Der Marktanteil von Proton ist von mehr als zwei Dritteln vor gut fünf Jahren auf rund 30 Prozent gefallen, nachdem Malaysia seinen Automarkt liberalisiert hat. Seit der japanische Mitsubishi-Konzern Börsen-Chart zeigen, der bei der Gründung des Unternehmens in den 80er Jahren geholfen hatte, seinen Anteil wegen finanzieller Probleme 2004 verkaufte, war Proton auf der Suche nach einem ausländischen Partner. Gespräche mit Volkswagen und General Motors Börsen-Chart zeigen scheiterten jedoch.

Analysten zufolge braucht das Unternehmen, dem auch der britische Sportwagenhersteller Lotus gehört, einen Partner, um Kosten zu sparen, neue Technik und Zugang zum Weltmarkt zu bekommen. Ahmad sagte, der Einstieg von DRB-Hicom werde Proton eine Bargeldspritze und zusätzliches Geschäft bringen, um eine unterausgelastete Fabrik im nördlichen Bundesstaat Perak zu nutzen. Im Vergleich zu den Vermögenswerten, darunter zwei Autofabriken, bewerte der Deal Proton mit einem Abschlag. Das sei aber angesichts der schwachen Aussichten und jährlicher Kapitalkosten von rund 800 Millionen Ringgit (200 Millionen Euro) gerechtfertigt.

DRB-Hicom hatte in diesem Jahr bereits Khazanahs Anteil an der Postgesellschaft POS Malaysia für 623 Millionen Ringgit gekauft. "Für DRB-Hicom bedeutet das kurzfristige Mühen für langfristigen Gewinn", sagte er.

ak/ap

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