Autohersteller Das Ende für Audis Design-Doppel

Seit 2007 verantworten Wolfgang Egger und Stefan Sielaff gemeinsam das Design des Autoherstellers Audi. Die Doppelspitze funktionierte zuletzt nicht mehr reibungslos. Jetzt reagiert Audi-Chef Rupert Stadler. Wolfgang Egger wird alleiniger Chef.
Umbau: Wolfgang Egger (links) verantwortet künftig allein das Design für Audi. Stefan Sielaff (rechts) leitet ab Februar das Design Center in Potsdam, das für alle VW-Marken zuständig ist

Umbau: Wolfgang Egger (links) verantwortet künftig allein das Design für Audi. Stefan Sielaff (rechts) leitet ab Februar das Design Center in Potsdam, das für alle VW-Marken zuständig ist

Foto: dapd

Hamburg - Für Sielaff bedeutet die neue Rollenverteilung allerdings nicht wirklich einen Abstieg. Er wird vom 1. Februar 2012 an Volkswagens für alle Marken zuständige Design Center in Potsdam leiten. Gleichzeitig wird Sielaff konzernübergreifend die Innenraum-Optik der Fahrzeuge verantworten.

Sielaff hatte sich vor seinem Wechsel zu Audi auch bei Mercedes um das Interieur-Design gekümmert. Er löst in Potsdam Thomas Ingenlath ab, der Volkswagen verlässt.

Der bei Audi künftig allein verantwortliche Wolfgang Egger war 2007 von Volkswagen-Designchef Walter de Silva zu Audi geholt worden. Die beiden kennen sich noch aus ihrer Zeit bei der italienischen Fiat-Tochter Alfa Romeo. Vor seinem Wechsel nach Ingolstadt leitete Egger das Alfa-Design

Bei Audi kümmert er sich zusätzlich auch um das Design der Luxusmarke Lamborghini, wie Audi eine Marke des Volkswagen-Konzerns. Er gilt schon lange als Vertrauter von Audi-Chef Stadler. Sielaff arbeitete dagegen in Ingolstadt stärker mit Audi-Chefentwickler Michael Dick zusammen.

Chance für Sielaff zur rechten Zeit

Die beiden hatten mit ihren Teams stets eigene Entwürfe für neue Modelle entwickelt. Dazu kamen in der Regel zusätzliche Vorschläge eines externen Büros. Stadler sei mit diesem zum Teil etwas ausufernden Ideenwettbewerb zuletzt häufig nicht mehr zufrieden gewesen, heißt es in Unternehmenskreisen. Die Chance in Potsdam sei deshalb für Sielaff zur rechten Zeit gekommen. Das Design aktueller Audi-Modelle war zuletzt in der Konzernzentrale in Wolfsburg hinter vorgehaltener Hand immer wieder kritisiert worden.

Den Käufern allerdings scheinen die Autos weiter zu gefallen. Die Marke hat 2011 bis Ende November 1,193 Millionen Fahrzeuge verkauft - und steuert für das Gesamtjahr auf einen neuen Absatzrekord von 1,3 Millionen Verkäufen zu.