Autobauer Saab beantragt Insolvenz

Seit Monaten hing das Überleben von Saab am seidenen Faden - nun ist er endgültig gerissen: Der schwedische Autohersteller Saab hat nun selbst einen Insolvenzantrag gestellt. Schuld daran ist ein Nein der ehemaligen Konzernmutter General Motors.
Vor dem Ende: Saab hat Insolvenzantrag gestellt

Vor dem Ende: Saab hat Insolvenzantrag gestellt

Foto: Christian Charisius/ picture alliance / dpa

Stockholm - Das seit neun Monaten stillstehende Unternehmen Saab hat am Montag selbst die Insolvenz beantragt. Das bestätigte der Unternehmenschef und Mehrheitseigner Victor Muller am Montag. Als letzte Hoffnung galten Verhandlungen mit dem chinesischen Autokonzern Youngman, die noch am Wochenende in Stockhom geführt wurden.

Saab schuldet seinen 3500 Beschäftigten im Stammwerk Trollhättan seit Ende November die Löhne und hat Milliarden-Schulden bei Zulieferern. Das Unternehmen gehörte bis Anfang 2010 zum US-Konzern General Motors  (GM) und wurde dann vom sehr kleinen niederländischen Sportwagenhersteller Spyker Cars übernommen. Alle Versuche zur Zusammenarbeit mit finanzstärkeren Partnern in Russland sowie China sind seitdem erfolglos geblieben.

Das Aus für das Unternehmen hatte sich bereits am Wochenende abgezeichnet. Wie ein General-Motors-Sprecher am Sonntag im Stockholmer Rundfunksender SR bestätigte, verweigert die Konzernzentrale in Detroit den Schweden die Nutzung eigener Technik nach dem geplanten Einstieg des chinesischen Autoherstellers Youngman. General Motors hatte Saab Anfang 2010 verkauft.

Saab-Chef Victor Muller hatte noch am Wochenende im Rundfunksender SR angekündigt, dass er in Stockholm mit Youngman über Lösungsmöglichkeiten verhandelte. "Die Reaktion von Youngman auf die jüngste GM-Mitteilung kennen wir noch nicht", schrieb er in einer SMS an den Sender. Die Saab-Produktion liegt seit April wegen leerer Kassen und hoher Schulden still.

wed/dpa-afx
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