Nach Teilrückzug von Investoren Chinesische Bank ist Saabs letzte Hoffnung

Das Drama um die Saab-Rettung ist um eine Wendung reicher: Die Komplettübernahme von Saab durch die chinesischen Autokonzerne Youngman und Pangda ist geplatzt. Nun sollen sich Youngman und eine chinesische Bank Saab teilen. Doch die Zeit wird immer knapper.
Die Aussichten für die Rettung von Saab verdüstern sich weiter - nun soll eine chinesische Bank als Investor Ex-Mutter GM milde stimmen

Die Aussichten für die Rettung von Saab verdüstern sich weiter - nun soll eine chinesische Bank als Investor Ex-Mutter GM milde stimmen

Foto: DPA

Stockholm - Der angeschlagene Autohersteller Saab nimmt einen neuen Anlauf beim Kampf gegen den drohenden Konkurs. Der bisherige Mehrheitseigner Victor Muller bestätigte dem Wirtschaftsblatt "Dagens Industri" am Montag, dass die bisher geplante komplette Übernahme durch die beiden chinesischen Autounternehmen Youngman und Pang Da zu den Akten gelegt sei.

Stattdessen solle es nur eine Teilübernahme geben. Muller will nach diesen Angaben mit dem kleinen niederländischen Unternehmen Swedish Automobile als Eigner verbleiben. Statt des Auto-Großhändlers Pang Da solle außerdem eine chinesische Bank einsteigen. Youngman werde nur einen Anteil von 19,9 Prozent anstelle der bisher geplanten 50 Prozent übernehmen.

Das Geldinstitut werde einer neuen Vereinbarung zufolge den chinesischen Investor Pang Da Automobile Trade Co ersetzen, sagten am Sonntag mit den Plänen Vertraute. Der chinesische Investor Zhejiang Youngman Lotus Automobile und das Geldhaus sollen zusammen knapp 50 Prozent an der angeschlagenen schwedischen Traditionsmarke halten. Mit dem Schritt wollten sie den US-Autobauer General Motors umstimmen.

Chinesische Bank als Investor soll GM besänftigen

Hintergrund der neuen Pläne ist die Weigerung der US-Konzerns General Motors  (GM), Lizenzen für eigene Komponenten bei der Saab-Fertigung einem rein chinesischen Unternehmen zu überlassen. Der frühere Saab-Mutterkonzern hatte sich im November dem Verkauf Saabs in chinesische Hände entgegen gestellt. GM kündigte damals an, die Lieferung bestimmter Teile und Fahrzeuge zu stoppen, sollte Saab wie geplant an die Investoren Zhejiang Youngman Lotus Automobile und Pang Da Automobile Trade gehen. Die Weitergabe von Technologien an die neuen Besitzer ist nach Einschätzung von GM nicht im Interesse der Aktionäre.

Der Einspruch der Amerikaner bedroht den Rettungsplan und damit das Überleben der für ihr skandinavisches Design bekannten Marke. GM hält immer noch Vorzugsaktien an Saab. Die chinesischen Investoren wollen Saab für 100 Millionen Euro kaufen. Im Stammwerk des schwedischen Autoherstellers liegt die Produktion seit April still. Wegen der bisher nicht ausgezahlten November-Löhne und -Gehälter drohen bis Ende dieser Woche neue Konkursanträge.

Sollte das Unternehmen in dieser Woche die überfälligen Löhne und Gehälter für die 3500 Beschäftigten nicht überweisen, gilt ein Konkurs als unausweichlich.

wed/dpa-afx
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