Donnerstag, 5. Dezember 2019

Absatz Deutsche Autobauer laufen in den USA zu Hochform auf

Mercedes-Benz USA: Der Premiumhersteller will ein neues Modell in seiner Fabrik in Tuscaloosa bauen. Der schärfste Wettbewerber BMW verfolgt ähnliche Pläne

Das Geschäft der deutschen Autohersteller in den USA läuft prächtig. Mercedes, BMW, VW und Audi ziehen Wettbewerbern davon. Die eigene Produktion vor Ort wird immer wichtiger, sagen Experten: Das Rennen der Premiumanbieter wird nicht nur in Fernost, sondern auch in den USA entschieden.

Hamburg - Erfreuliche Zahlen inmitten konjunktureller Unsicherheit: Während die Euro-Schuldenkrise Europa lähmt, legen die deutschen Autobauer im weltweit größten Automarkt USA noch einen Gang zu.

Volkswagen Börsen-Chart zeigen verkaufte nach eigenen Angaben vom Dienstagabend 28.000 Fahrzeuge in den USA, 39,6 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die Konzerntochter Audi Börsen-Chart zeigen legte um 25,8 Prozent zu auf 10.200 Wagen. Schlechter läuft es wegen eines Modellwechsels bei Porsche Börsen-Chart zeigen, dessen Absatz um 14,2 Prozent auf 2300 Autos abrutschte. Die Daimler-Tochter Mercedes steigerte ihre Verkaufszahlen um 28,2 Prozent auf 24.400 Wagen. BMW meldete ein Plus von 17,5 Prozent auf 27.300 Fahrzeuge der Marken BMW und Mini.

Trotz starker Absatzzahlen und hoher Margen in China ist der US-amerikanische Automarkt für die deutschen Autobauer immer noch sehr wichtig - zumal das Wachstum in China nicht mehr die enorme Dynamik aufweist wie noch in der Vergangenheit.

Daimler Börsen-Chart zeigen kündigte deshalb zuletzt an, in seiner Fabrik in Tuscaloosa ein fünftes Modell vom Band laufen zu lassen. Doch auch BMW Börsen-Chart zeigen will aufrüsten und der Konkurrenz mit einer größeren Modellauswahl Paroli bieten. Im Gespräch ist, den Geländewagen X1 in den USA bauen zu lassen. Aus Konzernkreisen verlautete zudem, die Produktion vor Ort um ein erstes Volumenmodell zu erweitern - also den gleichen Weg wie Mercedes zu beschreiten, aus dessen US-Werk ab 2014 die C-Klasse vom Band laufen soll.

Unter den Premiumherstellern liefern sich BMW Börsen-Chart zeigen und Mercedes in den USA ein Kopf-an-Kopf Rennen. Zwischen Januar und September verkaufte Mercedes in den USA 182.500 Wagen, BMW rund 177.700 Autos. Die VW-Tochter Audi setzte im gleichen Zeitraum rund 85.000 Autos in den USA ab. Gleichwohl wächst Audi (plus 15,5 Prozent) in den USA schneller als BMW (plus 12,8 Prozent) und Mercedes (plus 10,4 Prozent).

Profiteure der Schwäche von Toyota - aber nicht nur

Die deutschen Nobelkarossenbauer profitierten in den ersten neun Monaten allerdings auch von der Schwäche der Toyota-Tochter Lexus (minus 16,5 Prozent). Lexus und Toyota Börsen-Chart zeigen leiden nach wie vor an den Folgen des schweren Bebens in Japan, in dessen Folge ein Tsunami große Schäden auch in der Autoproduktion angerichtet hatte.

Branchenkenner trauen Audi Börsen-Chart zeigen jedoch zu, für die der chinesische Markt mit Blick auf Absatz- und Gewinnanteil eine größere Rolle spielt als für BMW und Mercedes, den Druck auf die deutschen Wettbewerber in den USA gleichwohl kräftig zu erhöhen. Zwar betreibt die VW-Tochter noch keine eigene Fabrik in den USA. Analysten erwarten aber, dass Audi sich die strategischen Vorteile sowie die Kostenvorteile einer eigenen Produktion vor Ort nicht entgehen lassen wird.

"Dafür spricht vieles", sagt NordLB-Experte Frank Schwope zu manager magazin Online. "Audi will in den USA wachsen und könnte zusammen mit Porsche ein US-Werk betreiben." Erfahrungen gibt es damit: So laufen bereits in Bratislava Audi- und Porsche-Modelle vom gleichen Band.

"Die Premiumschlacht wird nicht nur in China und Westeuropa, sondern auch in den USA entschieden", sagt Stefan Bratzel. Insofern seien Audis Ambitionen auf dem nach wie vor weltgrößten Automarkt strategisch richtig, erklärt der Leiter des Center of Automotive (CAM) an der Fachhochschule Bergisch Gladbach. Der Trend, über eine eigene Produktion vor Ort auch die Wertschöpfung dort zu verankern, wo die Autos verkauft werden, werde in der Automobilindustrie zunehmen, ist der Experte überzeugt. Mit einem eigenen US-Produktionswerk könnte die VW-Tochter die Wahrnehmung der Konsumenten auf Audi auch als künftig wichtiger Arbeitgeber lenken.

Unter den US-Herstellern verbuchte der von Fiat Börsen-Chart zeigen kontrollierte Chrysler-Konzern im Oktober indes mit 114.500 Wagen ein Absatzplus von 27 Prozent. Der Opel-Mutterkonzern General Motors legte um 1,7 Prozent auf 186.900 Einheiten zu, Fords Absatz kletterte um 6,2 Prozent auf 168.000 Fahrzeuge.

mit Material von reuters

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