Sportwagenhersteller Porsche auf Kurs Richtung Absatzrekord

Das Geschäft in China boomt, der Absatz in Europa ebenfalls: Der Sportwagenhersteller Porsche verdient blendend. Das Ziel, in diesem Jahr erstmals eine sechsstellige Autozahl zu verkaufen, ist in Sichtweite.
Neuauflage des Porsche 911: "Alle Zeichen stehen auf Wachstum", sagt Porsche-Chef Müller

Neuauflage des Porsche 911: "Alle Zeichen stehen auf Wachstum", sagt Porsche-Chef Müller

Stuttgart - Bei allem Hin und Her bei der Integration von Porsche in den Volkswagen-Konzern geht manchmal unter, dass die Zuffenhausener ziemlich erfolgreich Autos bauen: Porsche  fährt mit Vollgas auf die Marke von 100.000 verkauften Autos zum Jahresende zu. So viele Wagen wird der Sportwagenhersteller 2011 erstmals in einem Jahr absetzen, wie der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller am Freitag in Stuttgart sagte. In den ersten neun Monaten des Jahres steigerte Porsche den Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als ein Viertel auf 85.872 Fahrzeuge.

Nach der Markteinführung des neuen Porsche 911 im Dezember stünden auch darüber hinaus alle Weichen auf Wachstum, sagte Müller. Doch Börsianer teilten Müllers Euphorie zunächst nicht. An der Börse drehten die Aktien der Holding Porsche SE nach der Mitteilung bei deutlich gestiegenem Handelsvolumen ins Minus. Händler lobten zwar die Marge von rund 19 Prozent, einige hatten aber bei Umsatz und operativem Gewinn noch mehr erwartet.

Für Schlagzeilen und Verunsicherung unter den Mitarbeitern sorgte im September die zunächst verschobene Fusion mit VW. Damit ist auch eine Übernahme von Porsche durch VW wahrscheinlicher geworden.

Absatzplus von 80 Prozent in China

Porsche gilt als profitabelster Autohersteller der Welt und lieferte von Januar bis September gute Zahlen. Das operative Ergebnis der Porsche AG stieg um rund ein Viertel auf 1,51 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 20 Prozent auf 7,93 Milliarden Euro. Finanzvorstand Lutz Meschke sagte: "Wir gehen davon aus, dass die Umsatzerlöse und das operative Ergebnis im Jahr 2011 die Vorjahreswerte deutlich übertreffen." Zum Konzernüberschuss machte das Unternehmen keine Angaben.

Das Wachstum erstreckte sich laut Porsche über alle Regionen. Besonders dynamisch verhielt sich erneut der chinesische Markt mit einem Zuwachs von mehr als 80 Prozent auf 17.683 Einheiten. Größte Absatzregion für Porsche ist Nordamerika, wo rund 22.300 Wagen verkauft wurden. In Deutschland blieben 10.422 Stück.

Die erfolgreichste Baureihe war der Geländewagen Cayenne mit einem Plus von 74 Prozent auf knapp 44.000 Fahrzeuge. Der Absatz des Flaggschiffes 911 ging zwar um zwölf Prozent zurück. Dies war den Angaben nach aber auch dadurch bedingt, dass die neue Version in wenigen Wochen ausgeliefert wird. Auf der Automesse IAA im September in Frankfurt hatte der Konzern eine Neuauflage des Sportwagens vorgestellt, die im Dezember in den Handel kommt. Die Mittelmotorenbaureihe mit dem offenen Boxster und dem Coupe Cayman blieb weitgehend stabil.

Mit dem Absatz erreicht Porsche auch ein Zwischenziel auf dem Weg zu 200.000 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2018. Bis dahin will Firmenchef Müller die Modellpalette ausweiten und unter anderem ein Einstiegsmodell unterhalb des Boxster einführen. Auch über einen Ferrari-Konkurrenten aus Zuffenhausen denkt Müller bereits laut nach.

wed/dapd/rtr
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