Vorwurf der Steuerhinterziehung Prozess gegen Pischetsrieder eingestellt

Bernd Pischetsrieder gab sich ahnungslos - und kam glimpflich davon. Gegen eine Zahlung von 100.000 Euro ist der Prozess wegen Steuerhinterziehung gegen ihn vorläufig eingestellt worden. Der frühere BMW- und VW-Chef bestritt, absichtlich unkorrekte Angaben beim Finanzamt gemacht zu haben.
Automanager Pischetsrieder: Richter bezweifeln, dass er vorsätzlich das Finanzamt getäuscht hat

Automanager Pischetsrieder: Richter bezweifeln, dass er vorsätzlich das Finanzamt getäuscht hat

Foto: REUTERS

München - Als Grund für die Entscheidung nannte der Vorsitzende Richter am Landgericht München am Dienstag Zweifel daran, dass Pischetsrieder vorsätzlich falsche Angaben beim Finanzamt gemacht habe. Die Staatsanwaltschaft und Pischetsrieder, der frühere Chef von BMW  und VW , stimmten zu.

"Das hat nichts mit dem verhältnismäßig bekannten Herrn Pischetsrieder zu tun. Das hätte das Gericht bei jedem anderen Angeklagten auch gemacht", sagte der Vorsitzende Richter Martin Rieder heute.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 63-Jährigen vorgeworfen, in den Jahren 2000 bis 2003 insgesamt etwa 234.000 Euro Einkommensteuer hinterzogen zu haben. Im Detail ging es darum, dass Pischetsrieder Schuldzinsen aus Darlehen für diverse Immobilienobjekte in München und Chemnitz sowie für ein eigen genutztes Anwesen in Breitbrunn am Chiemsee umgeschichtet und so seine Steuerlast gemindert haben soll.

Pischetsrieder hatte zum Prozessauftakt am Montag bestritten, absichtlich unwahre oder unkorrekte Angaben beim Finanzamt gemacht zu haben. Er habe nichts verschleiert, sagte der ehemalige Chef von BMW und VW zum Prozessauftakt am Montag. Der 63-Jährige fügte an, er habe sich, "volkstümlich gesagt, nichts dabei gedacht" und niemals mit strafrechtlichen Konsequenzen gerechnet.

Steuerberater schließt Fehler nicht aus

Pischetsrieder sagte gestern, mit seiner Bank, die eigenständig Kreditzahlungen auf den Konten bewegt habe, habe er nur selten und telefonisch Kontakt gehabt. "Ich hatte nach der Beratung mit meinem Steuerberater nicht die geringsten Bedenken."

Pischetsrieders Steuerberater räumte ein, möglicherweise Fehler gemacht zu haben und sich zu sehr auf die Ergebnisse der Betriebsprüfungen früherer Jahre verlassen zu haben. Die Staatsanwaltschaft nahm an, dass dem früheren Topmanager die Vorgänge bewusst gewesen seien und er absichtlich Steuern hinterzogen hat.

wed/dpa/dapd
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