Zwangspause Getriebeengpass legt VW-Werke lahm

Volkswagen hat ein Luxusproblem: Die Nachfrage nach den Autos des Konzerns ist so groß, dass das Kasseler Werk nicht mit der Lieferung von Getrieben nachkommt. Deshalb wird die Produktion an einigen Standorten ausgesetzt. Für die Zukunft sollen Milliardeninvestitionen Abhilfe schaffen.
Zu heiß gelaufen: VW-Stammwerk Wolfsburg

Zu heiß gelaufen: VW-Stammwerk Wolfsburg

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP

Wolfsburg - In den VW-Werken Wolfsburg und Emden stehen seit Freitag die Bänder in der Fahrzeugfertigung still. Grund ist ein Engpass in der Getriebeproduktion in Kassel, die der großen Nachfrage nach Direktschaltgetrieben nicht hinterherkommt. Am Dienstag wird die Produktion wieder aufgenommen. Die beiden arbeitsfreien Tage sollen zugleich zu ersten Umbauarbeiten für die Einführung der neuen Baukasten-Produktionstechnologie im kommenden Jahr genutzt werden.

Das VW-Getriebeleitwerk in Kassel arbeitet seit Monaten an der Kapazitätsgrenze und darüber hinaus auch an Wochenenden, Feiertagen und in den Werksferien. Die Jahresproduktion wurde innerhalb von zwei Jahren auf voraussichtlich mehr als 1,7 Millionen Getriebe 2011 fast verdoppelt. Volkswagen  investiert allein in den kommenden beiden Jahren rund 550 Millionen Euro in den Kapazitätsausbau in Kassel.

Rund 9000 Beschäftigte in Wolfsburg und 4000 Beschäftigte in Emden sind davon betroffen, wie eine Konzernsprecherin am Freitag in Wolfsburg sagte. Eventuell muss auch das Werk in Zwickau bald eine solche Zwangspause einlegen. Der Grund sei die "erfreuliche Situation, dass unsere Autos sehr gefragt sind", sagte die Sprecherin.

ak/dpa/dapd