Autohersteller BMW will bei Karbon-Hersteller SGL einsteigen

Der Autobauer BMW will dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" zufolge Aktien des hessischen Carbon-Herstellers SGL kaufen und damit den Konkurrenten VW in die Schranken weisen. Trotz der sich eintrübenden Konjunkturaussichten bleibt BMW zuversichtlich für das kommende Jahr.
BMW-Zentrale in München: Die Bayern verschärfen beim Ringen um den Werkstoff Karbon die Gangart gegen Volkswagen

BMW-Zentrale in München: Die Bayern verschärfen beim Ringen um den Werkstoff Karbon die Gangart gegen Volkswagen

Foto: Matthias Schrader/ picture-alliance/ dpa

Hamburg - "Wir haben ein essentielles Interesse an SGL", zitierte das Magazin einen hochrangigen Manager der Münchner. Ein BMW-Sprecher bezeichnete den geplanten Vorstoß am Sonntag als "Spekulation" und wollte den -Bericht nicht kommentieren.

BMW-Großaktionärin Susanne Klatten hält dem Magazin zufolge bereits einen Anteil von rund 29 Prozent aller SGL-Aktien. Damit verfügt die Quandt-Tochter über eine Sperrminorität bei SGL, die ihr großen Einfluss bei künftigen Weichenstellungen sichert. VW ist Anfang 2011 überraschend ebenfalls bei SGL Carbon eingestiegen und seitdem mit rund 8 Prozent an dem Kohlenstoffspezialisten beteiligt. Wie der "Spiegel" schreibt, bereite der Wolfsburger Konzern einen weiteren Aktienkauf bei SGL vor.

Beide Autohersteller profitieren mit ihren Beteiligungen vor allem von der gesicherten Versorgung mit Carbon-Fasern. Leichtbau gilt als eines der wichtigsten Zukunftsthemen in der Automobilindustrie. Leichtere Autos verbrauchen weniger Sprit und stoßen weniger CO2-Emissionen aus.

BMW will 2012 eine Marge von 8 bis 10 Prozent erzielen

Trotz der sich eintrübenden Konjunkturaussichten bleibt BMW zuversichtlich für das kommende Jahr. Auch 2012 werde BMW in der Autosparte eine "Marge von acht bis zehn Prozent" erzielen, sagte Finanzchef Friedrich Eichiner der "Wirtschaftswoche" laut Vorabbericht. Für das laufende Jahr strebt BMW in der Autosparte eine operative Rendite (Ebit-Marge) von mehr als zehn Prozent und einen Rekordabsatz von über 1,6 Millionen Fahrzeugen an. "Das würden wir selbst dann schaffen, wenn sich die Lage ab jetzt verschlechtern sollte, wovon wir momentan aber nicht ausgehen", sagte Eichiner.

BMW hatte bereits 2007 eine Ebit-Marge von acht bis zehn Prozent als Ziel für 2012 ausgegeben. Angesichts zunehmender Sorgen um die Konjunktur und Furcht vor einem Nachfrageeinbruch im wichtigen Wachstumsmarkt China bezweifeln einige Beobachter, dass die Autobauer im kommenden Jahr ihren Wachstumskurs fortsetzen können. Er könne sich nicht vorstellen, dass der chinesische Luxusautomarkt 2012 nicht wachsen werde, hatte Eichiner am Freitag am Rande der Vorstellung der neuen 3er-Reihe der Nachrichtenagentur Reuters gesagt.

wed/dpa/rtr
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