Gescheiterte VW-Übernahme Milliardenklage gegen Porsche

Gegen Porsche liegt eine neue Schadensersatzklage von Anlegern auf dem Tisch. Nach Angaben der vertretenden Kanzlei geht es dabei um Ansprüche von mehr als einer Milliarde Euro. Um die Forderungen zu bündeln, wurde eigens eine Firma gegründet.
Porsche-Logo auf Radkappe: Der Sportwagenbauer sieht sich mehreren Klagen gegenüber

Porsche-Logo auf Radkappe: Der Sportwagenbauer sieht sich mehreren Klagen gegenüber

Foto: VALENTIN FLAURAUD/ REUTERS

Hamburg - Bei der Dachgesellschaft des Sportwagenbauers, der Porsche Automobil Holding SE, ist ein entsprechender Schriftsatz des Landgerichts Braunschweig eingetroffen, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage sagte.

Hintergrund ist die einstige Übernahmeschlacht der beiden Autobauer Porsche und Volkswagen, bei der enorme Kursturbulenzen Anleger um Millionenbeträge gebracht haben sollen. Als Folge laufen bereits juristische Auseinandersetzungen in den USA. Außerdem ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen ehemalige Porsche-Manager.

Die Klage aus Braunschweig ist neu. Hinter ihr steht der Rechtsanwalt und Kapitalmarktrechtler Franz Braun aus der Münchener Kanzlei CLLB. Er sagte, es gehe um Ansprüche von knapp 1,1 Milliarden Euro.

Der Vorwurf: Die Porsche SE  und die Volkswagen AG  sollen während der Übernahmeschlacht 2008 die Anleger fehlerhaft informiert und die wahre Sachlage verheimlicht haben. "Wir gehen momentan davon aus, dass der Betrag voraussichtlich noch erweitert werden wird", sagte Braun. Details nannte er nicht. Die Kanzlei verhandele mit weiteren angeblich Geschädigten. Sollten sie mit ins Boot kommen "wäre das schon ein nennenswerter Betrag".

Die Kanzlei bündelt ihre Mandanten in einer Art Inkassofirma mit dem Namen ARFB Anlegerschutz UG. Sie wurde am 21. Oktober 2010 gegründet. Ihr Zweck ist "Ankauf und Geltendmachung von kapitalmarktrechtlichen Ansprüchen institutioneller Investoren". Braun zufolge stehen 14 Gesellschaften hinter der ARFB, die wiederum ihrerseits zu unterteilen seien, etwa in mehrere Fonds. Insgesamt gehe es um 41 rechtliche Einheiten. Ihre Ansprüche beliefen sich auf durchschnittlich 30 bis 50 Millionen Euro. Die höchste Einzelforderung betrage 118 Millionen Euro.

Zu der Kanalisierung der Mandanten in der ARFB sagte Braun nur: "Wenn man so viele Ansprüche bündelt, macht das Sinn." Offensichtlich hat das Konstrukt aber den Vorteil, dass so die Namen der Banken und Fonds ungenannt bleiben. Als Gesellschafter der ARFB fungieren Braun selber und ein Alexander Reus aus Dubai, bei dem es sich laut Braun um einen Kollegen handelt.

Nach Angaben des Porsche-Sprechers hat die Porsche SE nun drei Monate Zeit, auf die Vorwürfe zu reagieren.

cr/dpa-afx

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