Umgehung der Importsteuer BMW plant neues Werk in Brasilien

Brasiliens Plan scheint aufzugehen: Im September hatte die Regierung in Brasilia eine neue Importsteuer für Autos eingeführt, um die heimische Industrie zu schützen. Nun will BMW offenbar vor Ort investieren und ein neues Werk bauen.
Sao Paulo in Brasilien: Alle wichtigen Zulieferer sind hier bereits vertreten

Sao Paulo in Brasilien: Alle wichtigen Zulieferer sind hier bereits vertreten

Foto: Corbis

München - Die Standortwahl von BMW sei auf die Wirtschaftsmetropole Sao Paulo gefallen, da dort bereits alle wichtigen Zulieferer vertreten seien, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Informationen aus Konzernkreisen. Zulieferer wie Bosch, ZF Friedrichshafen oder Continental produzieren dort bereits unter anderem für Volkswagen und Daimler.

BMW  wiegelte allerdings ab. Es gebe noch keine Entscheidung, sagte ein Unternehmenssprecher. Der Konzern prüfe noch alle Optionen.

Konzernchef Norbert Reithofer hatte bereits im Frühjahr angedeutet, eine Produktion in Brasilien in Erwägung zu ziehen. Brasilien ist für BMW neben Indien und China der am schnellsten wachsende Absatzmarkt.

Im September hatte Finanzminister Guido Mantega allerdings den Zoll auf Importautos um 30 Prozent erhöht. Damit zwingt die Regierung in Brasilia ausländische Hersteller, vor Ort zu produzieren.

Auch andere Autobauer reagierten bereits auf die neue Importsteuer. Am Montag hatte Konkurrent Volkswagen  angekündigt, bis 2016 rund 3,4 Milliarden Euro in Brasilien investieren zu wollen. Renault Nissan plant laut Berichten mit Investitionen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro.

mg/dpa-afx/rtr
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