TMD Friction Japaner schmieden weltgrößten Bremsenhersteller

Der vor zwei Jahren der Insolvenz entronnene Automobilzulieferer TMD Friction wird für knapp eine halbe Milliarde Euro an den japanischen Mischkonzern Nisshinbo verkauft. Dadurch entsteht der weltweit größte Hersteller von Bremsbelägen.
Autoproduktion im VW-Werk: Alle großen Autobauer gehören zu den Kunden des neuen Unternehmens

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Foto: DDP

Luxemburg - TMD Friction werde für 440 Millionen Euro von der japanischen Nisshinbo Holdings übernommen, teilten die beiden Unternehmen mit. Der Verkauf stehe allerdings noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden. TMD werde als unabhängige hundertprozentige Tochtergesellschaft ohne Veränderungen im operativen Geschäft weitergeführt. Ein Personalabbau sei nicht geplant.

Dadurch entsteht der weltweit größte Hersteller von Bremsbelägen für die Automobilindustrie. Zu den Kunden des neuen Unternehmens mit dann einer Milliarde Euro Umsatz und mehr als 6000 Beschäftigten zählen alle großen Autobauer.

TMD-Vorstandschef Derek Whitworth sagte, der Reiz der neuen Verbindung bestehe darin, dass es kaum Überschneidungen im Geschäft gebe. Er rechne im laufenden Jahr für TMD mit einem höheren Umsatz als 2010. Der Betriebsgewinn (Ebitda) dürfte jedoch nicht ganz die von Experten geschätzte Marke von rund 90 Millionen Euro erreichen. "Das ist vielleicht etwas hoch gegriffen." Als Grund nannte Whitworth die gestiegenen Rohstoffkosten und ein etwas langsameres Wachstum in China.

TMD Friction hatte Börsengang geplant

Im vergangenen Jahr hatte TMD den Umsatz um ein Fünftel auf 637 Millionen Euro gesteigert, der Betriebsgewinn lag bei 71 Millionen Euro. 2012 soll der Umsatz dank neuer Aufträge aus Brasilien und China weiter zulegen.

TMD Friction beschäftigt weltweit etwa 4800 Mitarbeiter mit Schwerpunkt in Europa. In Deutschland produziert das Unternehmen mit rund 2000 Mitarbeitern an vier Standorten, der größte ist Leverkusen.

TMD Friction hatte zunächst einen Börsengang für Herbst ins Auge gefasst, dies jedoch angesichts der Turbulenzen an den Finanzmärkten fallengelassen. Parallel dazu hatte der Londoner Finanzinvestor Pamplona, der das Unternehmen 2009 aus der Pleite gerettet hatte, auch einen Direktverkauf vorbereitet. In Branchenkreisen war der Firmenwert von TMD auf eine Größenordnung von rund 600 Millionen Euro taxiert worden. Darin ist eine Hochzinsanleihe über 160 Millionen Euro enthalten, die laut Whitworth bestehen bleibt.

Die an der Börse in Tokio notierte Nisshinbo mit Produktionsstätten in Japan, Südkorea den USA, China und Thailand ist in den Bereichen Bremsen, Mechatronik, Textilien und Elektronik tätig.

mg/rtr
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