Prognose des Ifo-Instituts Ökonomen rechnen mit Ende des Autobooms

Das Wachstum war gigantisch, doch nun droht eine Abkühlung: Die deutsche Autoindustrie wird laut einer Prognose des Ifo-Instituts in den nächsten Monaten eher stagnieren. Chancen für die Branche sehen die Forscher in den Schwellenländern.
Monteure in Leipzig: Der Pkw-Export dürfte durchschnittlich um fünf Prozent zunehmen

Monteure in Leipzig: Der Pkw-Export dürfte durchschnittlich um fünf Prozent zunehmen

Foto: Waltraud Grubitzsch/ dpa

München - Mit dem rasanten Aufschwung könnte es bald vorbei sein: Der deutschen Autoindustrie droht nach Einschätzung des Ifo-Instituts eine Abkühlung. Im laufenden Jahr sei noch mit einem Zuwachs der Produktion um 11 bis 12 Prozent zu rechnen, teilte das Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut mit. "Allerdings wird sich der Auftragseingang der Automobilindustrie im Inland und im Export im weiteren Verlauf des Jahres nicht mehr expansiv, sondern eher seitwärts entwickeln."

Zuletzt hatten insbesondere die deutschen Autoexporte die Außenhandelsstatistik der Bundesrepublik glänzen lassen.

Die Zahl der produzierten Autos soll laut der Prognose um rund 5,5 Prozent auf 5,85 Millionen steigen. Der Export dürfte ebenfalls um durchschnittlich 5 Prozent zunehmen. Die Entwicklung 2012 sei wegen der Euro-Schuldenkrise und Sanierungsbemühungen öffentlicher Haushalte nicht abschätzbar. Potential für Nachfrage gebe es aber.

Die Chancen für die Branche liegen laut Ifo-Experten weiterhin in den Schwellenländern, wo es noch immer Nachholbedarf gebe. Auch in Industrieländern gebe es noch Luft nach oben. "Inwieweit sich dieses Wachstumspotential realisieren lässt, wird erst nach dem Abklingen der Nervosität auf den globalen Finanzmärkten quantitativ abzuschätzen sein", sagte ein Konjunkturforscher.

kra/dpa/dapd
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