Kriselnde Partnerschaft Suzuki will sich von VW trennen

Ein Vorwurf des VW-Managements hat das Fass zum Überlaufen gebracht: Der japanische Autohersteller Suzuki will die Partnerschaft mit dem Wolfsburger Konzern nun endgültig beenden. Volkswagen denkt jedoch nicht daran, seine Beteiligung zu verkaufen. Der Streit eskaliert.
Logo von Suzuki: Der japanische Autobauer fordert von VW den Verkauf der Beteiligung

Logo von Suzuki: Der japanische Autobauer fordert von VW den Verkauf der Beteiligung

Foto: Armin Weigel/ picture alliance / dpa

Tokio - Die Partnerschaft mit dem japanischen Kleinwagenspezialisten Suzuki , von dem sich Volkswagen Anschub auf dem wichtigen Zukunftsmarkt Indien erhofft hatte, steht nach monatelangen Misstönen vor dem Aus. Am Montag forderte Suzuki, dass die Wolfsburger ihre Beteiligung an dem japanischen Unternehmen verkaufen sollten.

Wenn VW seine Anteile verkaufe, seien sie im Gegenzug bereit, sich ebenfalls von ihrer Beteiligung zu trennen, teilte Suzuki mit. Erst ohne Kapitalverflechtung sei eine gleichberechtigte Partnerschaft möglich.

Volkswagen  war im Dezember 2009 mit einem Anteil von knapp 20 Prozent bei Suzuki eingestiegen, die Japaner hatten im Zuge der wechselseitigen Beteiligung 1,5 Prozent an den Wolfsburgern erworben. Beide Hersteller wollten gemeinsam Einsteigerautos für Entwicklungs- und Schwellenländer sowie umweltfreundliche Wagen für Kunden in den Industriestaaten bauen.

VW verliert Zeit und Marktanteile

Zuletzt verlief die Partnerschaft aber eher schleppend. Im Juli hatte Suzuki  die VW-Kooperation in Frage gestellt und sich über zu große Einflussnahme der Deutschen beschwert. Kurz danach wies Volkswagen darauf hin, dass sich die Allianz langsamer als erwartet entwickelt und kündigte an, eine Bewertung der Kooperation vorzunehmen.

Suzuki wiederum hatte sich irritiert gezeigt, als der Konzern im VW-Geschäftsbericht für 2010 als ein "assoziiertes Unternehmen" bezeichnet wurde. Suzuki hatte dagegen zuvor von einer Partnerschaft auf Augenhöhe gesprochen.

Am Sonntag hatte Volkswagen Suzuki dann eine Vertragsverletzung vorgeworfen und eine mehrwöchige Frist eingeräumt, "diesen Sachverhalt zu korrigieren". Suzuki habe unzulässigerweise Dieselmotoren von einem anderen Hersteller bezogen. Nach Angaben aus Branchenkreisen handelt es sich dabei um Fiat.

"Für VW wäre ein Bruch mit Suzuki schlecht", sagte Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer. "Denn VW hat trotz vieler Marken bisher keine wirkliche Kompetenz im schnell wachsenden Billigautosegment." VW verliere durch den Streit wichtige Zeit und Marktanteile in Schwellenländern, erklärte Dudenhöffer, der das CAR-Institut an der Universität Duisburg-Essen leitet.

Deshalb denkt VW auch nicht an einen Verkauf. "Wir halten an dem Anteil an Suzuki fest und sind weiterhin an der Kooperation interessiert", erklärte ein Sprecher nach der Mitteilung Suzukis.

mg/afp/dpa-afx/rtr
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