Bänder stehen still Saab mit immer höheren Verlusten

Die Schlinge um den schwedischen Autohersteller Saab zieht sich immer enger. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres sind Verluste in Höhe von 152 Millionen Euro aufgelaufen, die Löhne für den Monat August konnten bisher nicht ausgezahlt werden. Jetzt kämpft das Unternehmen um sein Überleben.
Saab-Zentrale in Trollhattan, Schweden: In schwerer Krise

Saab-Zentrale in Trollhattan, Schweden: In schwerer Krise

Foto: SCANPIX/ REUTERS

Stockholm - Neue Negativmeldung für Saab: Die Verluste beim Eigentümer des angeschlagenen schwedischen Autoherstellers nehmen weiter zu. Swedish Automobile meldete für das zweite Quartal einen Verlust von 152 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 60 Millionen Euro gewesen.

Der Umsatz sank von 198 Millionen Euro im Vorjahr auf 102 Millionen Euro im zweiten Quartal 2011. Im ersten Halbjahr 2010 stand noch ein Minus von knapp 22 Millionen Euro in den Saab-Büchern. Saab hat die August-Gehälter für die 3600 Beschäftigten bisher nicht auszahlen können und muss kommende Woche mit einem Insolvenzantrag durch die Gewerkschaften rechnen.

Der Bericht dürfte Investoren enttäuschen, die am Mittwoch auf eine Ankündigung einer neuen Finanzspritze für Saab gehofft hatten. Die Aktie des niederländischen Unternehmens Swedish Automobile - früher Spyker und aktueller Saab-Besitzer - hatte zuvor an der Amsterdamer Börse 13,24 Prozent im Plus geschlossen.

In der schwedischen Saab-Fabrik stehen seit April nahezu permanent die Bänder still, weil Zulieferer aus Sorge um ihre Bezahlung keine Bauteile mehr schicken. Im Stammwerk Trollhättan sind so seit April nur noch 1989 Autos vom Band gelaufen.

Nach der Bilanzveröffentlichung sagte Unternehmenssprecherin Gunilla Gustavs am Donnerstagmorgen, Saab habe ein "höchst ungewöhnliches Halbjahr" hinter sich. Sie erklärte: "Wir tun alles zur Beschaffung von Mitteln für die Löhne und Gehälter, was in unserer Macht steht." Genauso wichtig sei das Wiederanlaufen der Produktion.

kst/apd/rtr
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