Winterkorn Volkswagen fürchtet Euro-Krise nicht

Volkswagen spürt derzeit noch keine Auswirkungen der Euro-Krise. "Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt", sagt Vorstandschef Martin Winterkorn. Europas größter Autobauer steuert nach seinen Aussagen mit hohem Tempo auf einen Rekordabsatz zu.
Steuert Volkswagen auf neuen Rekordabsatz zu: Vorstandschef Winterkorn

Steuert Volkswagen auf neuen Rekordabsatz zu: Vorstandschef Winterkorn

Foto: dapd

Frankfurt am Main - Europas größter Autobauer Volkswagen  spürt nach den Worten von Vorstandschef Martin Winterkorn keine Auswirkungen der Euro-Krise auf sein Geschäft. "Natürlich sind diejenigen, die jetzt Geld an der Börse verlieren, auch Kunden von uns", sagte der VW-Chef im Interview mit der "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe). "Im Moment allerdings spüren wir keine Auswirkungen. Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt".

Bezüglich einer möglichen Lösung der Krise sagte der Manager, er wolle keine Ratschläge geben, stehe aber hinter Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU), "wenn diese nicht bereit sind, die Schulden der anderen zu übernehmen, ohne dass die betroffenen Länder sich zum Schuldenabbau verpflichten".

Der Autobauer, der zurzeit die Produktion in mehreren Regionen der Welt hochfährt und gleichzeitig Porsche  und MAN  integrieren muss, steuert mit hohem Tempo auf einen Rekordabsatz zu. "Größe bedeutet für einen Automobilbauer natürlich Stückzahl, Marktanteile und wirtschaftlicher Erfolg", sagte Winterkorn. Größe bedeute für ihn aber auch Verantwortung. "Langfristig werden rund 500.000 Menschen für uns arbeiten", erklärte der VW-Chef, der eingestand, dass Größe auch gefährlich werden könne. "Und deshalb passen wir auf, dass wir nicht die Bodenhaftung verlieren. Oder unbeweglich und bürokratisch werden."

"Passen auf, dass wir nicht die Bodenhaftung verlieren"

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte erst vor kurzem erklärt, dass er das hohe Wachstumstempo des Autobauers für beherrschbar hält. Als Gesamtbetriebsratsvorsitzender sitzt er im einflussreichen Präsidium des Aufsichtsrats, das die Sitzungen des Kontrollgremiums von Europas größtem Autobauer vorbereitet. Daher kennt Osterloh die aktuelle Entwicklung des Konzerns genau.

Winterkorn bekräftigte, dass VW 2013 die Elektroversion des Golf und den Kleinstwagen Up mit Batteriebetrieb auf den Markt bringen wolle. In der Zukunft rechne er für die Ballungsräume mit batteriebetriebenen Fahrzeugen in größerer Stückzahl, Voraussetzung dafür sei aber die nötige Infrastruktur und weitere Fortschritte in der Batterietechnik. Auch Hybrid-Motoren bleiben nach Einschätzung des VW-Chefs noch über 2020 hinaus aktuell, "die Entwicklung der Brennstoffzelle sehe ich dagegen kritischer." Beim Thema Wasserstoff sei es noch ein langer Weg bis zu Marktreife.

Rei/reuters/dpa