US-Autoabsatz VW und Chrysler gewinnen, Japaner fallen zurück

Der US-Automarkt boomt nicht mehr so stark wie zuletzt. Um gerade ein Prozent legten die Verkäufe im Juli zu. Von den deutschen Herstellern legte allein Volkswagen deutlich zu. Chrysler und die anderen US-Hersteller setzen ihr Comeback fort, die Japaner stürzen ab.
Deutliche Verschiebungen: US-Autohersteller gewinnen auf dem Heimatmarkt auf Kosten der Japaner

Deutliche Verschiebungen: US-Autohersteller gewinnen auf dem Heimatmarkt auf Kosten der Japaner

Foto: DAVID MCNEW/ AFP

Detroit - Die unsichere wirtschaftliche Lage im eigenen Land lässt viele US-Amerikaner vor dem Kauf eines neuen Autos zurückschrecken. Erschwerend hinzu kommen anhaltende Lieferprobleme der wichtigen japanischen Hersteller infolge des Erdbebens. So sind die gigantischen Zuwachsraten bei den Verkäufen vom Jahresbeginn inzwischen Geschichte. Den deutschen Herstellern geht es allerdings noch vergleichsweise gut.

Im Juli stiegen die Gesamtverkäufe nach Berechnungen des Marktforschers Autodata gerade mal um ein Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit rollten nach Angaben vom späten Dienstag annähernd 1,1 Millionen Fahrzeuge von den Höfen der US-Händler. In Deutschland hatten die Zulassungen nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes im gleichen Zeitraum um 10 Prozent zugenommen. Der deutsche Markt ist mit zuletzt 260.900 Wagen bedeutend kleiner als der amerikanische.

"Die Branche erholt sich weiterhin, wenn auch in moderatem Tempo", sagte VW-Amerikachef Jonathan Browning. In seinem eigenen Haus hat er keinerlei Grund zur Klage: Die Verkäufe der Marke Volkswagen  in den Vereinigten Staaten legten um satte 22 Prozent auf 29.066 Wagen zu. Vor allem die Limousine Jetta lief weiter blendend. Es sei der beste Juli seit neun Jahren gewesen, erklärte das Unternehmen. Audi , BMW  und Mercedes-Benz konnten nicht ganz so stark wachsen. Porsche  kam mit einem Absatzplus von 2 Prozent eher langsam vom Fleck.

US-Marktführer General Motors  und die Nummer zwei, Ford , kamen immerhin auf Verkaufszuwächse von 8 beziehungsweise 9 Prozent. General Motors verkaufte insgesamt 214.915 Fahrzeuge. Ford vermeldete einen Absatzanstieg auf 180.865 Autos.

Rasantes Comeback von Chrysler

Der dritte US-Autokonzern Chrysler - lange das Sorgenkind der Branche - legte um satte 20 Prozent auf 112.026 Autos zu. Zusammen stehen die "Big Three" für rund die Hälfte des Gesamtmarkts. Die ebenfalls starken japanischen Autobauer Toyota , Honda  und Nissan  mussten dagegen teils drastische Einbußen in Kauf nehmen - sie konnten oft schlicht nicht liefern.

Als Schlusslicht erwies sich Toyota: 130.802 Autos brachte der Konzern im Juli in den USA an den Mann - fast 23 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Erst wenige Stunden zuvor hatten die Japaner schon vermelden müssen, dass der Absatz von April bis Juni - also unmittelbar nach der Erdbebenkatastrophe in Japan vom 11. März - weltweit um fast ein Viertel auf 1,6 Millionen Fahrzeuge eingebrochen war.

Wegen ausbleibender Zulieferteile hatte nicht nur in Japan, sondern auch in Amerika die Produktion des einstigen Vorzeigeunternehmens gestockt. Inzwischen normalisiert sich die Produktion langsam wieder.

Zuletzt wurden die Zuwachsraten in den Vereinigten Staaten allgemein kleiner, weil die Arbeitslosigkeit in dem Land anhaltend hoch ist. Hinzu kam die Unsicherheit durch das politische Gerangel um die Anhebung der Schuldenobergrenze.

nis/dpa-afx/rtr
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