Gewinnsprung BMW fährt Daimler und Audi davon

In Sachen Profitabilität schlägt BMW erneut die direkte Konkurrenz. Die Münchener steigerten ihren Gewinn in den ersten sechs Monaten deutlich und peilen für das Gesamtjahr eine neue Bestmarke an.
Auf Gewinnkurs: BMW-Chef Norbert Reithofer profitiert von der weltweit boomenden Autonachfrage

Auf Gewinnkurs: BMW-Chef Norbert Reithofer profitiert von der weltweit boomenden Autonachfrage

Foto: dapd

München - Die weltweit starke Nachfrage nach Oberklasse-Fahrzeugen hat BMW einen noch stärkeren Gewinnanstieg im zweiten Quartal beschert als erwartet. Vor und nach Steuern fuhren die Münchner mehr als doppelt soviel Ertrag wie im Vorjahreszeitraum ein. Analysten hatten mit nicht ganz so kräftigen Zuwächsen gerechnet.

Unterm Strich blieben BMW  1,8 Milliarden Euro in der Kasse. "Wir haben sowohl im zweiten Quartal als auch im ersten Halbjahr neue Spitzenwerte bei Absatz, Umsatz und Ergebnis erzielt", sagte Konzernchef Norbert Reithofer am Dienstag. Für das Gesamtjahr hatte sich BMW erst kürzlich höhere Ziele gesetzt.

In der wichtigsten Sparte, dem Autogeschäft, liefen die Geschäfte glänzend. BMW steigerte hier im abgelaufenen Quartal das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 83 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Darin enthalten ist ein positiver Sondereffekt von 85 Millionen, weil sich die Gebrauchtwagenmärkte deutlich erholt haben und der Konzern Risikovorsorge auflöste. Die Rendite im Autosegment (Ebit-Marge) belief sich auf insgesamt 14,4 Prozent.

Rendite im Autosegment bei rund 14 Prozent

Auch um den Sondereffekt bereinigt lag BMW mit 13,9 Prozent vor der Konkurrenz: Die Ingolstädter Volkswagen-Tochter Audi hatte im zweiten Quartal eine operative Marge von 12,9 Prozent erzielt. Der Stuttgarter Rivale Daimler  kam mit seiner Edelmarke Mercedes auf 10,7 Prozent.

Wegen der hohen Nachfrage nach großen, hochpreisigen Limousinen und Geländewagen des Münchener Konzerns hatte Reithofer im Juli bereits die Prognose für 2011 angehoben. "Wir streben im laufenden Geschäftsjahr ein neues Rekordergebnis vor Steuern sowie einen Absatzzuwachs von über zehn Prozent auf die neue Bestmarke von mehr als 1,6 Millionen Fahrzeuge an", sagte der Vorstandschef.

"Bestes Halbjahr der Unternehmensgeschichte"

Im Segment Automobile wird eine Ebit-Marge von über 10 Prozent angepeilt. Im zweiten Halbjahr rechnet Reithofer allerdings mit einem geringeren Wachstumstempo, bedingt durch den Wechsel bei wichtigen Volumenmodellen. In den ersten sechs Monaten erzielte BMW wie die Oberklasse-Konkurrenz Absatzrekorde.

Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 33,9 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern kletterte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um das Zweieinhalbfache auf 4,5 Milliarden Euro. "Das erste Halbjahr war das bislang beste in der Unternehmensgeschichte", bilanzierte Reithofer.

nis/reuters