100 Milliarden Euro Daimler peilt Rekordumsatz an

Der Stuttgarter Autobauer Daimler hat im zweiten Quartal den Umsatz zwar nur leicht steigern können, dafür aber einen einen kräftigen Gewinnsprung erzielt. Vorstandschef Dieter Zetsche hebt daher die Aussichten für das Gesamtjahr an.
Daimler-Chef Zetsche: "Wir liegen zur Jahresmitte 2011 nicht nur im Plan, sondern darüber"

Daimler-Chef Zetsche: "Wir liegen zur Jahresmitte 2011 nicht nur im Plan, sondern darüber"

Foto: Andrew Gombert/ dpa

Stuttgart - "Mit unserem exzellenten ersten Halbjahr liegen wir voll auf Kurs, 2011 zu einem der erfolgreichsten Jahre unserer langen Unternehmensgeschichte zu machen", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Der Stuttgarter Autobauer feiert in diesem Jahr das 125-jährige Bestehen des Unternehmens.

An der Börse wurden die Zahlen gemischt aufgenommen. Zur Eröffnung verloren die Papiere gut 2 Prozent und gehörten auch im weiteren Handelsverlauf zu den schwächeren Werten im Leitindex Dax. Die Zahlen fielen laut Händlern zwar gut aus und auch die optimistischere Prognose fand Anklang unter den Börsianern, aufgrund der starken Absatzsteigerung sei diese Entwicklung aber weitgehend absehbar gewesen.

Der Gewinn legte im zweiten Quartal deutlich stärker zu als der Umsatz. Die Erlöse stiegen auch aufgrund von Wechselkurseffekten nur um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 26,3 Milliarden Euro. Analysten hatten für den Zeitraum im Schnitt mit einem Erlösanstieg auf knapp 28 Milliarden Euro gerechnet. Der Gewinn kletterte dagegen um 30 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) fuhr der Autobauer ein Ergebnis von 2,58 Milliarden Euro ein, ein Plus von 23 Prozent. Hier übertraf der Konzern die Erwartungen der Anlaysten.

Umsatzrendite von 10 Prozent übertroffen

Daimler konnte vor allem dank der hohen Pkw-Verkäufeund der Erholung der Lastwagenmärkte zulegen. Zetsche sieht das Unternehmen deshalb auf gutem Weg, die ab 2013 versprochenen Rentabilitätsziele der einzelnen Geschäftsfelder zu erreichen: "Wir liegen zur Jahresmitte 2011 nicht nur im Plan, sondern darüber."

Nach Angaben von Zetsche hätte der Konzern mehr Autos verkaufen können, wenn mehr hätte produziert werden können. Im Sommer als auch im Winter werde durchgearbeitet, kündigte der Konzernlenker an. Gleichzeitig räumte er ein, dass im Zuge von Sonderschichten zum Teil auch höhere Kosten entstehen. "Aber natürlich arbeiten wir lieber an der Kapazitätsobergrenze."

Besonders gut verkauften sich die Geländewagen wie die M-, R- und GLK-Klasse sowie die Mittelklassewagen der C-Klasse. Dadurch steuerte die Personenwagensparte mit den Marken Mercedes-Benz, Smart, Maybach und AMG zwischen April und Juni 1,57 Milliarden Euro zum Ebit bei. Den Angaben zufolge wurde eine Umsatzrendite von 10,7 Prozent erzielt und damit die langfristig geplante Marge von 10 Prozent übertroffen. Trotz der Verkaufszuwächse hat Daimler bei den Personenwagen jedoch auf dem Heimatmarkt Deutschland Marktanteil verloren.

Lastwagenmärkte in Europa und USA erholt

Als Belastungen führte Zetsche negative Wechselkurseffekte, hohe Rohstoffkosten sowie Aufwendungen für den Start neuer Baureihen an. Im November kommt beispielsweise die neue B-Klasse als erstes Modell der neu entwickelten Kompaktwagenfamilie auf den Markt.

Bei den Lastwagen zeigen vor allem die Märkte in den USA, Westeuropa und hier speziell Deutschland wieder kräftig nach oben. In Japan legte dagegen die Naturkatastrophe die Produktion bei der Tochter Fuso lahm. "Wir haben fast zweieinhalb Monate Produktionsausfall aufzuholen", sagte Spartenchef Andreas Renschler und zeigte sich zuversichtlich, den Rückstand im weiteren Jahresverlauf wettzumachen. Insgesamt setzte der Konzern im zweiten Quartal weltweit 527.600 Personenwagen und Nutzfahrzeuge ab, 6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Im zweiten Halbjahr sollen die Verkäufe in allen Geschäftsfeldern steigen. Die Personenwagensparte Mercedes-Benz Cars soll im Gesamtjahr mehr als 1,35 Millionen Autos absetzen, nach 1,28 Millionen Wagen im Vorjahr. Für 2011 rechnet Daimler mit einem Konzernabsatz von deutlich über den 1,9 Millionen verkauften Fahrzeugen des vergangenen Jahrs. Gestützt wird die positive Einschätzung des Managements durch die große Zahl an Bestellungen, die seit fünf Jahren nicht mehr so hoch gewesen seien wie in diesem ersten Halbjahr.

Für das laufende Jahr geht Zetsche nun davon aus, dass sich das Ebit erfreulicher als erwartet entwickeln und sehr deutlich über dem Niveau des Vorjahres (7,3 Milliarden Euro) liegen wird. Die Erlöse sollen klar die 100-Milliarden-Euro-Marke überspringen. Im vergangenen Jahr hatte Daimler einen Umsatz von 97,76 Milliarden Euro verbucht.

mg/dpa-afx/rtr
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.