Sonntag, 26. Mai 2019

Opel-Verkaufsgerüchte GM ärgert sich über VW-Chef Winterkorn

Martin Winterkorn: Der VW-Chef spekulierte über die Zukunft von Opel

General Motors ist sauer auf VW-Chef Martin Winterkorn. Der Manager hat öffentlich über mögliche Interessenten für die deutsche GM-Tochter Opel sinniert. Der US-Konzern ist wenig begeistert - und wirft Volkswagen mangelnde Zurückhaltung vor.

Detroit - General Motors reagiert verschnupft. Üblicherweise kommentiere der Konzern Gerüchte und Spekulationen nicht, sagte der aktuell wohl wieder größte Autokonzern der Welt. Doch nun scheint das Maß voll. Denn Volkswagen-Chef Martin Winterkorn, der über die Zukunft von Opel und einem möglichen Interesse chinesischer Autobauer sinniert hatte, sprach GM ein klares Bekenntnis für die deutsche Tochterfirma aus. "Leider zeigen nicht alle unsere Wettbewerber die gleiche Zurückhaltung", heißt es aus der Konzernzentrale in Detroit.

"Opel gehört seit 1928 zur GM-Familie und bleibt wichtig für das Unternehmen", erklärte der US-Autobauer. General Motors stemmt sich damit gegen anhaltende Spekulationen, die Amerikaner wollten Opel verkaufen. Zum ersten Mal seit dem Aufkommen der Gerüchte vor mehr als einem Monat schickt GM damit ein klares Signal an die Rüsselsheimer. Die in Magazinberichten aufgekommenen Opel-Verkaufsspekulationen hatten die Amerikaner lange unkommentiert stehen lassen. Erst Ende Juni äußerte sich Opel-Aufsichtsratschef Nick Reilly öffentlich und sprach davon, dass GM "sehr zufrieden" mit den Sanierungserfolgen bei Opel sei.

Diese Sichtweise bestätigte nun auch die GM-Zentrale in Detroit: GM sei zufrieden damit, wie Opel das Geschäft wieder auf Vordermann gebracht habe. Das Unternehmen investiere auch weiterhin in Produkte für den europäischen Markt wie dem Elektroauto Opel Ampera, erklärte GM. Der Ampera ist der Bruder des bereits in den USA erfolgreichen Chevrolet Volt. Volkswagen und General Motors wollten die Geschehnisse am Donnerstag nicht weiter kommentieren.

VW-Chef Martin Winterkorn, der sich anschickt, GM von der Weltspitze zu verdrängen, hatte sich am Rande einer Veranstaltung auf Nachfrage von Journalisten zum Schicksal des Konkurrenten geäußert.

kst/kra/dpa

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