Sonntag, 15. September 2019

Absatz US-Boom für deutsche Autofirmen

Absatz: Wie VW in den USA angreift
AP

35 Prozent Absatzplus für Volkswagen, 19 Prozent für Mercedes: Deutsche Autobauer feiern in den USA Rekordergebnisse. Dies hat nicht nur mit neuen Modellen, dem Popstar Katy Perry und Problemen der Konkurrenz zu tun - auch ein Umdenken der US-Bürger stützt den Boom.

Hamburg - Die deutschen Autoschmieden feiern auf einem schwachen US-Markt serienweise Rekordergebnisse. Mit einer gut gefüllten Modell-Pipeline, dem Ausbau ihrer Präsenz, aggressiven Preisangeboten sowie wachsender Nachfrage für Dieselfahrzeuge legen die hiesigen Hersteller auf der anderen Seite des Atlantiks durch die Bank deutlich besser zu als der Gesamtmarkt.

Volkswagen konnte den Absatz seiner Fahrzeuge im Juni gegenüber dem Vorjahr um 35 Prozent steigern. Die Wolfsburger schließen mit verkauften 154.100 PKW ihr bestes erstes Halbjahr in den USA seit 2002 ab.

Zwar wird der eigens für den US-Markt entwickelte Passat, der seit drei Monaten in Chattanooga vom Fließband rollt, erst im September in die Verkaufsräume gestellt. Doch dafür räumt seit Monaten schon der Jetta kräftig ab. Der Jetta-Absatz hob im Juni mit einem Plus von 88 Prozent regelrecht ab.

Auch die zum Konzern gehörende Marke Audi feiert Rekordzahlen zwischen New York und Los Angeles. Im Jahresvergleich nahm der Juni-Absatz um 16,9 Prozent zu, auf 10.051 Fahrzeuge. Das ist der sechste Rekordmonat in Folge in diesem Jahr und der beste Juni, an den sich Manager bei Audi in den USA erinnern können. Geholfen hat vor allem, dass der neue A7 in den USA sehr gut angenommen wird.

BMW: Siegeszug des Mini und des X3

Dicke Erfolge verzeichnet auch BMW Börsen-Chart zeigen . Die Juni-Verkäufe stiegen bei den Münchnern in den USA um 15 Prozent. Als Verkaufsschlager entpuppen sich dabei der SUV X3 und der Mini, der in ganz Nordamerika seinen Siegeszug fortsetzt.

Auch der Erzrivale Mercedes in Stuttgart kann bei den US-Kunden kräftige Erfolge verbuchen. Der PkW-Absatz stieg im Juni um 19 Prozent. Vor allem in der neuen E-Klasse und der M-Klasse wurden mit 19 Prozent und 45 Prozent satte Zuwächse verzeichnet.

BMW kann seine Spitzenposition am US-Markt für Luxuswagen weiter ausbauen. Erstmals seit 11 Jahren schaffen es die Münchener - wenn man den Verkaufszahlen im ersten Halbjahr glaubt - den Erzrivalen Lexus von Toyota abzuhängen. "Die liegen schon zu weit zurück, um noch aufzuholen", sagt selbstbewusst Jim O'Donnell, der CEO von BMW im Nordamerika.

So satte Zuwachsraten konnten die meisten Mitstreiter am US-Automarkt im Juni nicht melden. Und das hat mehrere wichtige Gründe.

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