Aufschwung Daimler plant Absatzsprung im Lkw-Geschäft

Daimler will im Lkw-Geschäft kräftig Gas geben. Der Absatz solle im laufenden Jahr weltweit um 20 Prozent gesteigert werden, so der Autobauer. In Europa sei sogar noch ein größeres Plus drin. In den Schwellenländern sieht der Konzern allerdings Wolken aufziehen.  
Wachstumsmarkt: Das Lkw-Geschäft expandiert weltweit - auch für Daimler

Wachstumsmarkt: Das Lkw-Geschäft expandiert weltweit - auch für Daimler

Foto: DDP

New York/Stuttgart - Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz - Europas größter Lkw-Bauer - will mit dem Rückenwind des Wirtschaftsaufschwungs ein Fünftel mehr Laster verkaufen als im vergangenen Jahr. "Wir wollen den weltweiten Absatz von Mercedes-Benz-Lkw von 135.000 Einheiten im Jahr 2010 dieses Jahr um rund 20 Prozent steigern", sagte der Chef von Mercedes-Benz Lkw, Hubertus Troska, in Brüssel bei der Vorstellung des neuen Schwer-Lasters Actros. Der europäische Lkw-Markt habe zwar den Einbruch durch die Wirtschaftskrise noch nicht wieder vollständig wettgemacht. "Wir rechnen aber mit einem Zuwachs von mindestens 25 Prozent für Lkw über sechs Tonnen in diesem Jahr und sehen dabei sogar noch weiteren Spielraum nach oben", stellte der Manager in Aussicht.

Die Produktion des unter anderem im rheinland-pfälzischen Wörth gebauten Schwer-Lkw mit bis zu 510 PS und einem abgasärmeren Motor startet Ende September. Jeder vierte in Westeuropa im Jahr 2010 verkaufte Lkw stammte von Mercedes-Benz, größter Konkurrent in dieser Region ist MAN .

Nach Monaten voller Wachstumsimpulse sieht Daimler  indes am Horizont der Schwellenländer Wolken aufziehen. "Es gibt manche Wolke am blauen Himmel", sagte Konzernchef Dieter Zetsche am Dienstag in New York vor Journalisten. In einem Interview nannte er eine Reihe "schwieriger Ereignisse" in den vergangenen Monaten, die die Risiken für das globale Wachstum erhöht hätten, darunter auch die Jahrhundertkatastrophe in Japan, die Unruhen in der arabischen Welt und das schwache Wachstum in den USA. "Dass ein Sturm aufzieht, halte ich nur in sehr geringem Maße für wahrscheinlich", sagte Zetsche. "Es ist nicht ganz auszuschließen, aber unser vorrangiges und wahrscheinlichstes Szenario ist eine Fortsetzung der positiven Entwicklung der Weltwirtschaft."

Die Schwellenländer haben in den vergangenen zwei Jahren drei Viertel des Weltwirtschaftswachstums erzeugt. Derzeit wachsen jedoch die Sorgen, dass die Inflation in China eine Verlangsamung verursachen könnte. Daimler hat in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt im Mai 43 Prozent mehr Autos abgesetzt - in den ersten drei Monaten erreichte der deutsche Konzern noch ein Plus von 82 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mit der Übernahme des Motorenherstellers Tognum  verschafft sich der Stuttgarter Autobauer nun einen Anteil am renditeträchtigen Markt für schnelllaufende Dieselantriebe. Daimler und sein britischer Partner Rolls-Royce hätten sich inzwischen rund 85 Prozent am Motorenhersteller gesichert, sagte Zetsche. "Wir sind sehr zufrieden mit dieser Entwicklung." Die Annahmefrist für die Tognum-Aktionäre war am Montag abgelaufen.

cr/rtr/dpa-afx
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