Fertigungsrekord Bänder deutscher Autobauer laufen heiß

Inlandproduktion und Export der deutschen Autobauer haben in den ersten fünf Monaten Rekordhöhen erreicht. Auch hiesige Autokäufer greifen wieder stärker zu deutschen Modellen. Der Branchenverband VDA ist hochzufrieden.
VW-Produktonsstraße Wolfsburg: Von der hohen Auslandsnachfrage profitieren auch die Produktionsstätten in Deutschland

VW-Produktonsstraße Wolfsburg: Von der hohen Auslandsnachfrage profitieren auch die Produktionsstätten in Deutschland

Foto: Jochen Lübke/ dpa

Berlin/Bad Homburg - Bei der deutschen Autoindustrie laufen die Geschäfte zwei Jahre nach der Krise so gut wie noch nie. Die Produktion in den deutschen Werken sowie der Export haben in den ersten fünf Monaten Rekordhöhen erreicht, teilt der Branchenverband VDA mit. Und auch der bisher noch schwächelnde Inlandsabsatz kommt in Schwung: Der deutsche Automarkt wuchs im Mai um 22 Prozent auf 304.500 Neuzulassungen. Seit Jahresbeginn kamen 1,334 Millionen Neuwagen auf die Straßen, ein Zuwachs von 13 Prozent.

Ein Ende des Booms ist vorerst nicht abzusehen: Die Auftragseingänge aus dem Ausland lagen im Mai laut VDA 13 Prozent über dem bereits sehr starken Vorjahreswert. "Aufgrund dieser Auftragsentwicklung rechnen wir mit einem insgesamt erfreulichen Autojahr 2011", sagte VDA-Chef Matthias Wissmann.

Ursache der guten Geschäfte sind der Autoboom in China, aber auch in anderen Schwellenländern wie Russland oder Indien. Dazu kommt, dass im gigantischen USA-Markt immer mehr Kunden zu deutschen Autos greifen: Im Mai legten die deutschen Hersteller dort um 18 Prozent zu, während andere Hersteller verloren. Im Inland machen sich offenbar die sinkende Arbeitslosigkeit und die jüngsten Lohnerhöhungen bemerkbar. Weltweit ist außerdem die japanische Konkurrenz zurzeit behindert, weil ihre Produktion nach dem Erdbeben nicht rund läuft.

Export knackt Höchstwert aus dem Jahr 2008

Die Entwicklung der Exporte blieb im Mai, der im Vergleich zum Vorjahresmonat drei zusätzliche Arbeitstage hatte, auf Wachstumskurs: Mit 421.700 Einheiten stiegen die Ausfuhren um 16 Prozent. Seit Jahresbeginn exportierten die deutschen Hersteller damit laut VDA rund 1,95 Millionen Autos. Damit übertrafen die Exporte in den ersten fünf Monaten den bisherigen Höchstwert aus dem Jahr 2008, wie der Verband hinzufügte.

Die kräftige weltweite Nachfrage sorgt dafür, dass die Fließbänder in den deutschen Autofabriken nicht stillstehen: Die Produktion wurde im Mai um ein Fünftel auf 563.300 Autos gesteigert. Im bisherigen Jahresverlauf wurden in den deutschen Werken insgesamt 2,53 Millionen Personenwagen hergestellt. "Damit liegen wir über dem Fertigungsrekord des Jahres 2008", sagte Wissmann.

Importeure verlieren an Boden

Und noch eine Kleinigkeit freut Volkswagen , Mercedes & Co: Im Inland haben sie die Importeure deutlich zurückgedrängt: Laut VDA lag der Marktanteil der deutschen Autos im Mai bei über 70 Prozent. Das ist deutlich mehr als der langjährige Durchschnitt.

Die kräftige Nachfrage auf dem Nutzfahrzeugmarkt hält laut Importeursverband VDIK ebenfalls an. Mit rund 30.000 Neuzulassungen im Mai wurde das Vorjahresergebnis um 35 Prozent übertroffen. In den ersten fünf Monaten 2011 seien damit 133.000 Nutzfahrzeuge neu zugelassen worden, das entspreche einem Wachstum von 27 Prozent.

rei/dapd
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