Dank chinesischem Partner Saab nimmt Produktion wieder auf

Nach rund sechswöchiger Stilllegung werden am Freitag bei Saab wieder Autos vom Band rollen. Der angeschlagene Fahrzeughersteller hatte in der vergangenen Woche nach monatelanger Suche endlich einen Partner gefunden, der rund 110 Millionen Euro in die schwedische Firma investiert.
Saab-Werk in Trollhättan: Der niederländische Eigner Spyke hatte Zahlungsprobleme

Saab-Werk in Trollhättan: Der niederländische Eigner Spyke hatte Zahlungsprobleme

Foto: REUTERS

Stockholm - Der angeschlagene schwedische Autobauer Saab will dank chinesischer Hilfe seine Produktion nach sechswöchiger Unterbrechung am Freitag wieder aufnehmen. Das kündigte Saab-Manager Gunnar Brunius in der Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" an.

"Wir haben entschieden, am Freitag zu starten, und wir tun alles dafür, dass es läuft", wird Brunius zitiert. Demnach sollen dann zunächst 100 Fahrzeuge vom Band laufen statt der sonst üblichen 230 bis 240 pro Tag.

Die frühere Opel-Schwester musste ihre Fertigung einstellen, weil Zulieferer über unbezahlte Rechnungen klagten und deshalb keine Bauteile mehr herausgaben. Dem strauchelnden niederländischen Eigner Spyker gelang es bislang nicht, das von General Motors  übernommene Unternehmen in die Gewinnzone zu fahren. Mehrere Rettungsversuche scheiterten, zuletzt eine geplante Kooperation mit dem chinesischen Mischkonzern Hawtai.

Doch vergangene Woche hat der chinesischen Autohändler Pangda Automobile insgesamt 110 Millionen Euro an Unterstützung zugesagt. Teil der Vereinbarung ist, dass Pangda mit 24 Prozent bei Spyker einsteigt. Rund 30 Millionen Euro haben die Niederländer bereits erhalten.

Saab hat nach Angaben aus Branchenkreisen Schulden in Höhe von rund 100 Millionen Euro. Die ehemalige Tochter von General Motors schreibt seit 20 Jahren rote Zahlen. Spyker kaufte die schwedische Traditionsfirma 2010 für 400 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr verkaufte Saab etwas mehr als 30.000 Autos und verfehlte damit das selbst gesteckte Ziel von 50.000 Fahrzeugen.

mg/rtr

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