Fiat-Anteil aufgstockt Chrysler zahlt Teil der Staatshilfe zurück

Der US-Autobauer Chrysler hat früher als geplant einen Teil der milliardenschweren Staatshilfen zurückgezahlt. Ermöglicht hat dies unter anderem der italienische Großaktionär Fiat, der seinen Anteil zuvor auf 46 Prozent aufstockte und dafür rund eine Milliarde Dollar zahlte.
Chrysler-Händler in Chicago: Der Autobauer hat im ersten Quartal 2011 erstmals seit der Insolvenz 2009 wieder Gewinn eingefahren

Chrysler-Händler in Chicago: Der Autobauer hat im ersten Quartal 2011 erstmals seit der Insolvenz 2009 wieder Gewinn eingefahren

Foto: AFP

Auburn Hills/Turin - Der US-Fiskus habe 5,9 Milliarden Dollar, der kanadische Staat 1,7 Milliarden Dollar erhalten, teilte Chrysler mit. Damit habe das Unternehmen seine Schulden sechs Jahre vor Fälligkeit vollständig beglichen.

Die Rückzahlung der Staatshilfen erfolgte im Rahmen eines Refinanzierungsplans, bei dem sich Chrysler frisches Geld bei privaten Investoren zu günstigeren Zinssätzen beschaffte. Das Unternehmen spart nach eigenen Angaben durch die Umschuldung 350 Millionen Dollar pro Jahr.

Der italienische Autobauer Fiat  steckte seinerseits weitere 1,3 Milliarden Dollar in den US-Konzern und schraubte seinen Anteil damit von 30 auf 46 Prozent hoch. Der Konzern aus Turin will bis Ende 2011 seinen Anteil planmäßig auf 51 Prozent erhöhen und damit die Mehrheit von Chrysler übernehmen. Fiat war im Zuge des Insolvenzverfahrens, in dem die Staaten USA und Kanada den kleinsten der drei großen US-Autobauer mit Staatshilfen vor dem Untergang retteten, bei Chrysler eingestiegen. Seitdem führt Fiat-Chef Sergio Marchionne Chrysler in Personalunion.

"Vor weniger als zwei Jahren haben wir versprochen, den amerikanischen und kanadischen Steuerzahlern alles zurückzuzahlen, und heute haben wir dieses Versprechen eingelöst", sagte Marchionne. Ausdrücklich bedankte sich der Chrysler-Chef für die "seltene zweite Chance", die der Autobauer dank der Staatshilfe bekommen habe. Chrysler hatte im ersten Quartal dieses Jahres 116 Millionen Dollar verdient und damit erstmals seit seiner Insolvenz 2009 wieder Gewinn gemacht.

US-Präsident Barack Obama wertete den Schritt als "Meilenstein" für Chrysler und die unzähligen Familien, die von dieser amerikanischen "Kultmarke" abhingen. Die US-Regierung hatte hunderte Milliarden Dollar sogenannter TARP-Hilfen bereitgestellt, um Unternehmen in der Wirtschaftskrise vor dem Untergang zu retten.

mg/dpa/afp

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